Thornesbreed – GTRD

Thornesbreed - GTRD

Thornesbreed - GTRDTotgesagte leben länger. Mit diesem Sprichwort könnte man THORNESBREED aus Zwickau gut beschreiben. Immerhin liegt die Veröffentlichung des letzten Albums zwölf Jahre zurück. 2008 gab es zwar noch eine EP, doch dürfte diese an den Meisten unentdeckt vorbeigegangen sein. Auf dem damals vielbeachteten Debütalbum „The Splendour Of The Repellent“ spielten THORNESBREED noch brutalen Death Metal mit tiefem, gutturalem Gesang. Zwölf Jahre sind eine lange Zeit, man hat sich verändert, Musiker sind gegangen, neue dazu gestoßen. Inzwischen sind THORNESBREED zu einem Quintett erwachsen und mit „GTRD“ liegt das zweite Album seit wenigen Wochen in den Regalen der Händler.

Mit dem Debüt hat „GTRD“ nicht mehr viel zu tun. Wenn es eine Parallele gibt, dann die latente bedrohliche Wut, welche beiden Werken innewohnt. Vom einstigen brutalen Death Metal verabschiedete man sich und wandte sich dem Black Metal zu. Das Resultat liegt in der Form von „GTRD“ vor, welches eine bösartige Verschmelzung beider Stile ist.

THORNESBREED präsentieren sich brachial und erbarmungslos, niederwalzend und vernichtend. Einzig verbliebenes Gründungsmitglied Sermon holt aus seiner Stimme eine großartige Vielfalt heraus, die böses schwarzmetallisches Gekeife mit tiefstem todesbleiernem Geröchel verbindet. Zwischen diesen Extremen gibt es auch trist und lakonische Gesangseinlagen, welche mich ein wenig an das Debütalbum von FUNERAL PROCESSION erinnern.

„GTRD“ ist aber weitaus mehr als nur Gesang. Das Album ist ein treibendes, durchaus detailliertes und mit Abwechslung bedachtes Album. Die Grundatmosphäre ist natürlich negativ und THORNESBREED drücken das Gaspedal immer wieder konsequent und furios durch. Das sind dann auch die Parts in denen sie mir am besten gefallen. Denn während dieser schnellen und brachialen Parts türmen sich Gitarren, Gesang und Schlagzeug zu einer fürchterlichen, lärmenden und gnadenlosen Wand auf. Hier schaffen es THORNESBREED, ähnlich brachial und kompromisslos zu spielen wie etwa TRUPPENSTURM oder THORYBOS. Allerdings ist diese nihilistische Raserei nur ein Teilaspekt. „GTRD“ ist weitaus mehr als nur jene unbequeme klangliche Abschlachtung spielerischer und künstlerischer Vielfalt. Oft genug wird das Tempo auch rausgenommen und es sind mittelschnelle oder gar schleppende Parts zu hören. Hier und da gibt es auch dunkelatmosphärische Anleihen und Momente der Erholung.

Totgesagte leben länger. THORNESBREED melden sich mit „GTRD“ energisch und mit Nachdruck zurück. Das Album ist ein explosives Gemisch aus Black und Death Metal, welches neben der ausführlich beschriebenen Härte auch viele gemäßigte aber nicht weniger morbide Takte besitzt. Es gibt genau eine Sache die mich stört: Mir ist der Klang partiell zu steril. Gerade wenn es etwas langsamer wird und Sermon etwas lakonisch singt, empfinde ich den Klang als etwas zu nüchtern und steril, doch das sind persönliche Vorlieben und Empfindlichkeiten. An der Klasse des Materials ändert dies jedoch nichts.

Thornesbreed – GTRD
2015 | Art of Propaganda
CD | Black/Death Metal

1. Death, Lucid Death
2. Not A Second From Oceans To Frozen Wastelands
3. Abendwerk
4. Marrow’s Void
5. Perpetual Stigmata
6. Horns Ov Gaia
7. Dividua Anima (Pt. I)
8. Towards The Liquid Paltry Grounds

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