The Stone – Golet | 2011 | Folter Records | CD | Black Metal

The Stone haben mit einem neuen Album noch nie enttäuscht, weshalb ich der Veröffentlichung des mittlerweile sechsten Albums recht entspannt entgegensah. Doch recht schnell wird deutlich, dass Golet nicht ganz an die beiden Vorgänger Umro und Magla herankommt. Die langen und abwechslungsreichen Strukturen mit vielen Wechseln und Veränderungen stehen etwas sperrig im Raum. Spielerisch ist Golet überhaupt nicht missraten, gerade an den Sechssaitern gibt es durchaus auch schöne Melodiebögen zu hören, doch verliert sich das Ganze zu sehr in komplexen, sich lang dahin ziehenden Strukturen. Golet wirkt in der Summe technisch und abstrakt, es fehlt dem Album die Geradlinigkeit, das Direkte. Technische Spielereien und abstrakte Verschachtelungen gab es auch auf den früheren Alben, doch eben nicht ausschließlich. Es gab immer wieder auch schnelle Parts, die energisch und eindringlich waren, was in der Kombination mit Abwechslung und guten Melodien eben für gute Alben sorgte. Auf Golet hat dies Seltenheitswert. Golet ist melodiebetont, viele Riffs und Harmonien sind zu hören, die zumeist in mittelschnellen und abwechslungsreichen Rhythmen eingebettet wurden. Es ist ein spielerisch anspruchsvolles und sogar schwieriges Album, welches von The Stone auch sehr gut umgesetzt wurde. Aber atmosphärisch und emotional zündet es leider nicht so sehr.

Das alles ist schon sehr schade, da Golet klanglich das bisher beste Album ist und auch die Lieder allesamt anspruchsvoll und vielfältig sind. Das lange und harmonische Humke am Ende des Albums geht stimmungstechnisch sogar ein wenig in Richtung Drudkh, was für The Stone spricht. Golet ist nicht schlecht, klanglich und womöglich auch spielerisch die beste Leistung bisher. Doch es ist leider auch sehr lebhaft und abwechslungsreich, weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen. Etwas weniger Abwechslung und Veränderung und dafür mehr Geradlinigkeit und Härte, wie etwa in Barren Earth In Cold Death’s Hand, und Golet wäre ein wunderbares Album geworden. Wer technischen Black Metal mit viel Abwechslung mag, kann Golet aber sehr gern probieren.

6/10
Aceust

01. Sekao duboko, zakopao plitko
02. All graves gaping wide
03. Nikad bliži smrti
04. Golet
05. Darkness shatters me towards the dead
06. Pred licem novog boga
07. Barren earth in cold death’s hand
08. Humke

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