The Senseless – In The Realm Of The Senseless | 2007 | Anticulture Records | CD | Death Metal / Grind

Hierbei handelt es sich um das erste Soloalbum von Sam Bean von The Berzerker. Sein Anliegen war es, mit The Senseless dermaßen extreme Musik zu kreieren, die aufgrund ihrer technischen Beschaffenheit live nicht umgesetzt werden kann. Dies dürfte ihm wohl gelungen sein, denn In the realm of the senseless enthält Stücke und Parts, die so überladen sind, an Schnelligkeit und mehrfach überlagerten Gitarren, dass man denkt, irgend ein Gestörter hat industriellen / elektronischen Krach mit Anleihen des Metals zusammengeworfen.

Ich bin und war immer ein Freund von wirklich extremer und radikaler Musik. Doch was The Senseless hier in 35 Minuten alles an Artillerie abfeuert, kann man nur als überaus destruktiven Krach zusammenfassen. Dabei ist es auch so gut wie unmöglich, die Musik in irgendeine stilistische Schublade zu stecken, da sehr viele verschiedene Elemente der unterschiedlichsten Sparten aufeinander prallen. Phasenweise klingt The Senseless für mich nach einem Industrial Projekt; andernorts schimmert übelster Death / Grind durch, der mich entfernt an die Brachialparts von Akercockes Album “Words that go unspoken, deeds that go undone” erinnert. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht auch kein Zufall, dass auch Matt Wilcock von Akercocke mit von der Partie ist.
Die Musik ist insgesamt also sehr technisch, gänzlich auf Brutalgewalt ausgerichtet. Diese absolut technischen Strukturen sagen mir nicht zu, doch gibt es auch Momente, wo sich The Senseless gut anhört. Das sind dann Lieder und Momente, in denen der spielerische Anteil überwiegt und sich die Musik mehr nach Metal als nach sonst was anhört. Dies gibt es also auch, dann sind gute, flotte und thrashige Riffs zu hören und auch mit der Geschwindigkeit wird es dann nicht übertrieben.

Mein Ding ist In the realm of the senseless nicht. Doch wer moderne und extreme Musik mag, die vor allem schnell und brutal ist, und sich irgendwo zwischen Death Metal, Grind, Hardcore und Industrial befindet, wird das Album wahrscheinlich mehr zu würdigen wissen als ich. Das letzte Lied, After happy ever (Unmetal) ist übrigens ein reines Elektro-Instrumental, womit sich der in Klammern gesetzte Hinweis von selbst erklärt.

01. You love it
02. Vacation
03. Unprincipled
04. A big comedown
05. Crippled trash
06. You are nothing
07. Promise
08. Wreckage
09. Evilicious
10. No bomb is big enough
11. Happy ever after
12. After happy ever (Unmetal)

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