The Monolith Deathcult – Trivumvirate | 2008 | Twilight | CD | Death Metal

Das dritte Album Trivmvirate der niederländischen Death Metal-Truppe The Monolith Deathcult ist ein sehr brachiales und gewaltiges Werk, auf dem die Herren brutales Geknüppel, elektronische Elemente, orchestrale Begleitungen und mörderische Trash Solis vereinen. Wer jetzt denkt, durch diese Hülle und Fülle würde das Album womöglich zu überladen wirken, der irrt. Denn Trivmvirate ist knapp 60 Minuten lang und die einzelnen Lieder bewegen sich zwischen 5 und 14 Minuten, was viel Raum für die kompositorische Vielfalt lässt.

Aber nicht nur das musikalische Konzept trägt eine abwechslungsreiche Handschrift. Die thematische Abhandlung ist nicht weniger vielfältig und dazu geschichtsträchtig. So bezieht sich Kindertodeslied auf zwei Charaktere aus dem Film „Der Untergang“, welche die Sicht von zwölfjährigen Kindern schildern, die im Mai 1945 versuchen, Berlin vor der Roten Armee zu schützen. Um das russische Atom-U-Boot Kursk geht es in Den ensomme nordens dronning. Und auch die übrigen Lieder greifen unterschiedliche geschichtliche Themen auf.

Nun aber zur Musik. Das Auftaktstück Deus ex machina ist knapp zehn Minuten lang und stellt die musikalische Vielfalt des Werks gut dar. Eingängiges und druckvoll treibendes Geknüppel wechselt sich mit modernen Parts ab, in denen elektronische und harmonische Elemente zum tragen kommen. Es werden aber auch die Gitarren in zwei schnellen Soli richtig schön gequält. Deus ex machina ist ein enorm wandlungsreiches Lied und ob dieser Reichhaltigkeit wirkt das Stück sehr homogen und flüssig, was auf das gesamte Album zutrifft.

In Kindertodeslied wird deutsch und mit zwei Stimmen gesungen, die sich abwechseln. Neben dem typischen tiefen Death Metal Gesang gibt es eine hart, scharf und kantig klingende Stimme zu Hören, die befehlsartig klingt und wohl an deutsche Offiziere des Dritten Reiches erinnern soll. Darüber hinaus sind auch eingespielte Samples, wie das euphorische Jubeln einer Masse oder Kinderstimmen, zu hören, die diese spezielle geschichtsträchtige Atmosphäre unterstreichen.

Im letzten und längsten Stück Den ensomme nordens dronning, zeigt The Monolith Deathcult sehr orchestrale und monumentale Züge, die mich teilweise ein wenig an Metallicas Konzert mit dem San Francisco Symphony Orchestra erinnern. Phasenweise ist auch ruhiger Frauengesang zu hören, der mir allerdings nicht gefällt. Dafür sind die Brachialparts jedoch umso heftiger und überzeugender. Den ensomme nordens dronning beginnt recht beschaulich und harmonisch, doch im Mittelteil wächst The Monolith Deathcult über sich hinaus und legt dermaßen brutalen Death Metal hin, dass es eine wahre Freude ist. Die letzten Minuten sind dann wieder von ruhigeren Tönen und Arrangements gekennzeichnet.

Obwohl ich mich zuweilen mit modernen Einflüssen im extremen Metal schwer tue, muss ich eingestehen, dass mir Trivmvirate ausgesprochen gut gefällt. Es ist The Monolith Deathcult ausgezeichnet gelungen, brutalen US Death Metal mit elektronischen Beats und Harmonien zu kreuzen. Zudem ist der Klang sehr differenziert, mächtig und druckvoll, was der Musik natürlich sehr zu gute kommt, da sie sich ihre Brachialgewalt mit zunehmender Lautstärke potenziert. Wer es brutal mag und keine Scheu vor modernen und elektronischen Stilelementen hat, sollte Trivmvirate in jedem Fall mal antesten.

01. Deus ex machina
02. Wrath of the Ba’ath
03. Kindertodeslied
04. Master of the Bryansk forests
05. M.M.F.D.
06. I spew thee out of my mouth
07. Demigod
08. Den ensomme nordens dronning

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