The Crevices Below – Below The Crevices | 2011 | Nordvis | CD | Black Metal

Australien beheimatet ja doch die eine oder andere Perle, was den extremen Metal angeht, man denke nur beispielsweise an Deströyer 666 oder Gospel Of The Horns. Zuletzt begeisterten mich Nazxul mit ihrem herausragenden Album Iconoclast und abseits vom extremen Metal blieb mir Grey Waters in guter Erinnerung, die ja zumindest aus diesem Dunstkreis stammen – ich assoziiere daher durchaus Gutes mit dieser Konstellation. The Crevices Below ist ein neues Projekt des Australiers Dis Pater, der bereits mit Midnight Odyssey etwas Aufmerksamkeit ergattern konnte, wie mir scheint.

Um erst mal eine grobe Orientierung zu geben, werfe ich mal atmosphärisches, tastenunterlegtes Dunkelmetall in den Raum. Zweifelsohne bezieht Dis Pater viel Einfluss aus dem Black Metal, aber ich möchte an dieser Stelle The Crevices Below nicht darauf beschränken. Los geht’s mit einem heraufbeschwörenden Einklang, bis nach kurzer Zeit eine Leadgitarre zur eigentlichen Musik überleitet. Nach dem enthaltenen Intro mausert sich das Titellied tatsächlich zu einem recht geradlinigen Lied symphonischen Black Metals. Vom Schlagwerk wird gleich mal eine ordentliche Taktrate abgefeuert (dazu später mehr), während Keyboard und Gitarre eine für symphonischen Black Metal typische Atmosphäre besorgen. Man hört zwar die üblichen BM-Riffs raus, doch phasenweise übertönt das Keyboard selbst diese deutlich. Schwierig, Vergleiche zu nennen, vielleicht irgendwo zwischen Limbonic Art und alten Emperor könnte man das ganze ansiedeln. Das dominante Keyboard erinnert mich sogar ein wenig an Kataxu! The Tombs Of Subterranea hebt sich bereits vom ersten Lied ab, es ist nämlich nicht nur langsamer, seichter sondern bisweilen auch experimenteller. Unverzerrte Gitarren, klarer Gesang und ein grooviger Rhythmus lassen mitunter etwas Gothic-Flair aufkommen. Das stärkste Lied des Albums ist für mich A Grand Cavernous Awakening, das in der ersten Hälfte dem ersten Lied nicht unähnlich ist. Nach einem nicht allzu spektakulären Akustikklampfen-Intermezzo bekommt das Lied aber durch den Klargesang – der mich an Nemtheanga von Primordial erinnnert – eine interessante Note. Whispers Of Sorrow entpuppt sich als durchschnittliche Ambient-Nummer, die auf mich keinen besonderen Reiz ausübt. Trapped In Suicidal Depths verzichtet wieder sehr häufig auf verzerrten Gitarren und wirkt dabei etwas langatmig. Carrying The Cries Of The Lost gefällt mir schon wieder besser – das Album klingt also mit diesem Stück symphonischen Black Metals aus, das mit mächtigen Keyboardeinlagen punkten kann. Für einen Einzelkämpfer ist die musikalische Leistung nicht verkehrt, auch die Klangqualität ist in Ordnung. Was mich wie eigentlich immer stört, ist das programmierte Schlagzeug. Es könnte zwar schlimmer (programmiert) sein, aber an einigen Stellen wirkt es sich eben doch nachteilig aus.

Das ist ja alles nicht übel, was Dis Pater mit The Crevices Below zu bieten hat, für eine klare Kaufempfehlung reicht es jedoch nicht. Es gibt interessante Ideen zu hören, dafür aber auch einige Längen. Da ist in Zukunft sicher noch mehr rauszuholen.

6,5/10
Der Einsiedler

01. Below the crevices
02. The tombs of subterranea
03. A grand cavernous awakening
04. Whispers of sorrow
05. Trapped in suicidal depths
06. Carrying the cries of the lost

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