Thanatomania – Drangsal

Thanatomania - Drangsal

Thanatomania - DrangsalÜber THANATOMANIA aus Berlin ist kaum etwas bekannt. Es gibt keinerlei Präsenz im Netz und auch sonst geht man sparsam mit Informationen um, so sind von den Musikern lediglich die Akronyme überliefert. Bandfotos und ähnliches? Fehlanzeige. Vor kurzem ist mit „Drangsal“ eine neue EP erschienen, es ist erst die zweite Veröffentlichung der Band, nach einer ersten Demo 2013.

Das Cover von „Drangsal“ empfinde ich als unpassend, da es dem musikalischen Gehalt nicht wirklich gerecht wird. Wenn ich solch ein Cover sehe, muss ich unweigerlich an grässliche Gruppen wie ALCEST und Anhang denken. Mit derlei Shoegazing Post-Black-Metal haben THANATOMANIA jedoch nichts zu tun.

Die drei Lieder umfassende EP enthält gut gemachten und differenzierten Black Metal, der sich irgendwo zwischen Atmospheric und Depressive Black Metal seine Nische sucht. THANATOMANIA treten klischeebefreit auf und konzentrieren sich auf das Wesentliche, nämlich die Musik.

Die Melodien sind sehr subtil, was ich als sehr angenehm empfinde. Die Stücke sind harmonisch aber alles andere als aufdringlich. Dezente Harmonien sind oftmals viel wirkungsmächtiger als offenes Gefrickel. Mir gefallen nicht nur die Melodien, ich mag auch den Klang der Gitarren, die immer wieder mal rau und leicht kratzig schwingen, und mich dann an großartige Sachen wie „Suicidal Emotions“ von ABYSSIC HATE, „Destroying Something Beautiful“ von TRANCELIKE VOID oder „Absence“ von KILTE erinnern.

Aber auch mit dem Gesang wissen THANATOMANIA zu überzeugen. Die Stimme von Gitarrist M.S. ist rau und erinnert mich an das Krächzen eines Raben. Sein Gesang ist unaufgeregt und neutral, kann aber während schneller Ausbrüche sehr giftig und gemein werden. Überdies erinnert mich die Stimme immer wieder an SALVATION666 und WOLFSSCHREI.

„Drangsal“ ist eine rundum gelungene und überzeugende Veröffentlichung. Es gibt rhythmische Vielfalt, die von schleppend bis hin zur Raserei alles bereit hält. So forsch und garstig sie auch sein können, es gibt auch mit Bedacht arrangierte Parts, die harmonisch und leise sind. „Drangsal“ ist grimmig und atmosphärisch zugleich. Bis auf das hässliche Cover eine absolut überzeugende Vorstellung.

Thanatomania – Drangsal
CD | War Against Yourself Records
2016 | Black Metal

1. Drangsal I
2. Drangsal II
3. Drangsal III

http://www.waragainstyourself.com/ | https://www.facebook.com/WarAgainstYourself/ | http://www.last-candle.net/

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