Teloch – Morbid Prayer | 2010 | Black Devastation Records | Vinyl | Black Metal

Im Oktober erschien Morbid Prayer, Telochs Debütalbum, auf CD und ist nun seit wenigen Tagen auch auf Vinyl erhältlich. Es ist ein außerordentlich gutes Album, weshalb die Vinylausgabe in jedem Fall lohnt, zumal wohl kaum jemand die CD bisher sein eigen nennen dürfte. Obwohl Teloch Finnen sind, soll man laut einem Infotext keinen typischen Finnen Black Metal erwarten. Ob man damit nun bekannte finnische Größen meint oder eine spezielle Spielart, erschließt sich mir nicht. Aber der Black Metal, der auf Morbid Prayer überliefert wird, ist einfach großartig und macht keine Gefangenen. Dies wird bereits mit dem ersten Lied Thy Horrid Name verdeutlicht, in dem sich kompromisslose, schnelle Strukturen mit riffbetonten und spielfreudigen Gitarrenläufen abwechseln. Teloch legt sich auf Morbid Prayer auf kein Element fest, wobei markante Riffs und angenehme Melodieführungen wiederkehrende, prägende Eckpfeiler des Albums sind. Doch ansonsten offenbart sich das Album facettenreich, was sich unter anderem in den vielen unterschiedlichen Tempi wiederspiegelt. Teloch versteht es wunderbar, schnell und hart zu spielen, wie auch langsam und schleppend oder sanft und atmosphärisch. Deadly Trance ist für diese Vielfältigkeit ein gutes Beispiel, da es treibend schnell und dunkel beginnt. Es ist direkt und kompromisslos, hie und da mit feinen Riffs gespickt, doch ahnt man noch nichts von der atmosphärischen Klarheit und Ruhe, die mit dem letzten Drittel einkehren wird. Das letzte Lied Primordial Darkness Divine hingegen, ist komplett langsam und durchzogen von einer latent schwelenden Schwermut, was eine weitere Facette von Teloch aufzeigt.

Für sich genommen ist es nichts Besonderes, Schnelligkeit mit offensiven Gitarrenläufen und atmosphärischen Parts zu kombinieren. Besonders wird es aber durch Telochs flüssige und stimmige Art, dies zu spielen. Das musikalische Konzept, sofern man von einem Konzept sprechen mag, ist einfach absolut stimmig und Teloch überzeugt mit jeder Spielweise. Die schnellen, harten Strecken klingen ebenso stimmig und überzeugend, wie die langsamen und dunkelharmonischen Passagen, was das Album als Ganzes eben so ausgesprochen gut macht. Morbid Prayer ist also ein abwechslungsreiches Album, das auf ganzer Linie überzeugt und wohl jeden Black-Metal-Jünger in seinen Bann ziehen dürfte.

8/10
Aceust

01. Thy horrid name
02. The eternal spark
03. Lifeless voyage
04. Deadly trance
05. Odious light
06. Morbid prayer
07. Flesh and flame
08. Primordial darkness divine

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