Tattered Soul / Varulv / Nightforest – When Life Brings Sorrow Beyond Death… | 2012 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Auf der Split When Life Brings Sorrow Beyond Death… geben sich TATTERED SOUL aus Deutschland sowie die beiden österreichischen Gruppen VARULV und NIGHTFOREST die Klinke in die Hand.

Vor rund zwei Jahren lag mir TATTERED SOULS Debütalbum Die Zerstörung des menschlichen Seins vor, welches ich als durchwachsen empfand. Nun gibt es drei neue Stücke, die insgesamt betrachtet homogener ausgefallen sind, da man die Lieder geradliniger aufgebaut hat. Mit dem ersten Lied Necromancer beginnen TATTERED SOUL sehr grimmig und roh. Das einfache aber passende Riffing wirkt schön fies und die schnellen aber vielseitigen Passagen besorgen den Rest, in dem sie hart, heftig und aggressiv sind. Necromancer ist ein recht kurzes aber energischer und intensives Lied, also ein mehr als gelungener Auftakt.

Das nachfolgende The Art Of Death steht dem im Grunde in nichts nacht. Auch hier gibt es viel Tempo und Grimmigkeit zu hören, aber nicht nur, zwischendurch gibt es kurze, langsamere Einsprengsel mit melodischem Riffing, was aber, im Gegensatz zum Album, gut in den Spielfluss passt und die Grimmigkeit nicht aufbricht. Interessant, da anders, ist As Ravens Call, welches deutlich vom Thrash Metal beeinflusst, seinen Lauf nimmt. Es ist ein schöner Einstieg der mich sofort an METALLICAS Creeping Death erinnert. Im Rest des Liedes wechseln sich melodisch eingefärbte Langsamkeit mit grimmigen, schnellen Schüben ab. Das ist alles zwar sehr abwechslungsreich, wirkt aber stimmig und deshalb besser und homogener als auf dem Debütalbum. TATTERED SOUL konnten sich steigern und mich positiv überraschen, sehr schön.

Österreichs VARULV veröffentlichten 2010 ebenfalls ein Album, welches mir jedoch nicht bekannt ist. Ähnlich wie TATTERED SOUL zuvor, spielen auch VARVUL recht grimmig intonierten Black Metal, der sich aber trotzdem stark unterscheidet. Der Gesang ist extrem verzerrt, knurrig und kehlig, und da er im Vergleich zu den Instrumenten laut ist, auch wesentlich und prägend für die Musik. Das Gitarrenspiel von VARULV ist recht melodisch, wobei sich die Harmonien im rohen und zum Teil sehr schnellen Herbststurm zu einem grellen und dichten Klangteppich verdichten.

Das durchgehend langsam und schleppende Eternal Darkness setzt hingegen auf klare Gitarrenmelodien. Leider, dies muss man sagen, verwenden VARULV ein programmiertes Schlagwerk. Dessen Klang aber auch Programmierung wirkt zu mechanisch und künstlich, gerade die eingängigen und monotonen Rhythmusparts wirken dadurch schlechter als sie es mit einem menschlichen Schlagzeuger eigentlich wären. Hinzu kommen dann auch noch die technisch verschachtelten und sehr abwechslungsreichen Strukturen in Opfer, was das Ganze komplex und kompliziert macht. Opfer ist ein langsames aber zum Teil dennoch treibendes Lied mit sehr vielen Wechseln und unterschiedlichen Riffs, die manchmal extrem technisch und theoretisch ausgefallen sind. Verstärkt vom Drumcomputer wirkt das alles dann seltsam, bizarr und wenig flüssig.

Für NIGHTFOREST ist es nach einer Split mit GARDEN OF GRIEF und dem 2011 erschienen Debütalbum Winternight nun die dritte Veröffentlichung. Das Album gefiel mir gut und besser als die Split davor. Die drei neuen Stücke kommen gänzlich ohne Ambient aus, was ich persönlich sehr begrüße – und was natürlich programmatisch zur Split passt. Im direkten Vergleich zu TATTERED SOUL und VARULV machen NIGHTFOREST den rundesten und stimmigsten Eindruck. Sowohl klanglich aus auch spielerisch. Die drei Stücke sind unterschiedlich und abwechslungsreich. Es gibt sowohl leicht atmosphärisch gelagerten Black Metal der trotzdem kraftvoll und grimmig ist. Besonders schön dabei ist das melodische Riffing in A Tomb So Cold, das zwar harmonisch und melodisch ist, aber nicht zu dick aufträgt und verwässert. Zudem kann man auch die Bassgitarre sehr deutlich raus hören. A Tomb So Cold ist ein sehr gelungenes Stück, in dem NIGHTFOREST eine gute, subtile Melodik zum Besten geben.

Das nachfolgende Into The Ancient Forest ist rhythmisch wesentlich variabler, sodass neben langsamen Parts auch rasende Ausbrüche zu hören sind. Das Schlagwerk wird dabei sehr gut, nämlich vielfältig, gespielt und auch die Riffs, eine Mischung aus dezenter Melodik sowie einprägsamer Geradlinigkeit, runden den positiven Gesamteindruck ab. Da passt denn auch das abschließende Saeculum Timoris zu, in dem NIGHTFOREST harsche Härte mit atmosphärischer Dunkelheit abwechslungsreich und gut gespielt verbinden. Das Lied birgt einen guten harmonischen Spannungsaufbau, eindringlichen Gesang und gute Melodien. Es ist NIGHTFOREST erneut gelungen sich zu steigern und es scheint so, als würde sich hier langsam aber sicher eine Perle des österreichischen Untergrunds heraus kristallisieren.

When Life Brings Sorrow Beyond Death… ist eine interessante Splitveröffentlichung mit drei unterschiedlichen Gruppen von denen nur VARULV den positiven Gesamteindruck eintrüben. Dabei sind VARULV nicht per se schlecht, aber das programmierte Schlagzeug macht doch einiges kaputt. TATTERED SOUL und NIGHTFOREST konnten nicht nur überraschend sondern auch überzeugen, was das Ganze also durchaus empfehlenswert macht.

Tattered Soul 7/10
Varulv 5/10
Nightforest 8/10

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