Taake – Stridens Hus | 2014 | Dark Essence Records | CD | Black Metal

Das einzige dauerhafte Mitglied Hoest hat mit TAAKE in all den Jahren für einige Kontroversen gesorgt und man kann von ihm persönlich halten was man will, musikalisch ist und war er wichtig für den norwegischen Black Metal. Vor allem das 1998 erschienene Debütalbum „Nattestid…“ hatte es in sich. Mit den beiden Nachfolgewerken „…Bjoergvin…“ und „…Doedskvad“ konnte mich TAAKE dann nicht mehr gänzlich überzeugen, mir war der Black Metal stellenweise zu melodisch und verspielt geworden. Ich verlor das Interesse an TAAKE, obwohl noch einige EPs und zwei weitere Alben erschienen. Nun wird am 12. Dezember im deutschsprachigen Raum mit „Stridens Hus“ das sechste Album veröffentlicht.

Eins vorweg: TAAKE kann mich mit „Stridens Hus“ positiv überraschen. Sicher, die Anfangszeiten sind längst vorbei und solch ein Werk wie einst das Debüt wird es nicht mehr geben. Dennoch ist es TAAKE gelungen, ein wenig an die ersten Alben, also auch „Nattestid…“, anzuknüpfen. Einerseits agiert Hoest an den Gitarren überaus vielschichtig und spielt zahlreiche melodische und atmosphärische Riffs, an einigen Stellen wird es gar regelrecht schwungvoll, dreckig und rockig, doch über allem wacht aber auch eine raue, grimmige und kalte Atmosphäre, wie man sie von den ersten Scheiben her kennt.

Hoest verbindet Elemente aus allen fünf Vorgängeralben und vereint diese im sechsten Werk. Und damit kann er mich ansprechen, trotz des Facettenreichtums und der steten melodischen Elemente. Denn klanglich ist „Stridens Hus“ etwas rauer und greller als zuletzt „Taake“ und „Noregs Vaapen“ ausgefallen, was eben ein wenig an die Atmosphäre der Frühwerke erinnert. Und obwohl das Tempo auf „Stridens Hus“ sehr variabel ist und es viele langsame und mittelschnelle Parts gibt, sind auch schnelle, direkte und grimmige Parts zu hören. Solche Einlagen sind klar in der Unterzahl und sie sind nur ein Element von vielen, doch sie sind wichtig und tragen wesentlich zur Atmosphäre des Albums bei.

Mit dem Instrumentalstück „En Sang til Sand om Ildebrann“ tut mir TAAKE hingegen keinen Gefallen. Das Lied ist rund fünf Minuten lang und kommt recht melodisch und verspielt daher. Neben melodischem Riffing ist auch ein Soli zu hören. Spielerisch ist das Lied sicherlich gelungen, aber atmosphärisch hätte es nicht sein müssen. Da sagt mir das direkt nachfolgende „Kongsgaard bestaar“ doch wesentlich mehr zu, vor allem des schnellen und rauen Anfangs wegen, der nordische Kälte mit einer dezidierten Geradlinigkeit verbindet. Dolch solche Passagen sind zumeist nur von kurzer Dauer, und so verändert sich das Tempo häufig und das grimmige Treiben wird etwa durch dunkelatmosphärische Breaks aufgebrochen. Erst mit dem Rausschmeißer „Vinger“ gibt es ein Lied, welches von Anfang bis Ende kompromisslos und schnell ist.

Ein Fazit zu finden ist nicht einfach. „Stridens Hus“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album, welches einerseits melodisch und rockig, andererseits aber auch rau, schroff und kalt ist. Trotz einiger negativer Aspekte gefällt es mir in der Gesamtheit gut, gerade eben auch, weil TAAKE sich nicht nur auf melodische und rockige Riffs verlässt, sondern auch rohen norwegischen Black Metal spielt. So fühlt sich „Stridens Hus“ für mich ein wenig wie eine Verschmelzung von „Nattestid…“ und „Noregs Vaapen“ an.

1. Gamle Norig
2. Orm
3. Det fins en Prins
4. Stank
5. En Sang til Sand om Ildebrann
6. Kongsgaard bestaar
7. Vinger

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