Svart – Förlorad | 2010 | FROSTSCALD RECORDS

Wie auch Namnlös och Bortglömd ist Svarts drittes Album Förlorad nur drei Lieder stark, aber dennoch ein Vollalbum, denn die überlangen Stücke bringen es auf eine Gesamtspielzeit von knapp 75 Minuten. Die MCD Namnlös och Bortglömd konnte mich zwar überzeugen, aber nicht so richtig meinem Geschmack treffen, da sie mir etwas zu langweilig und harmlos ist. Mit Förlorad ist das schon ganz anders. Das erste Lied ist zwar „nur“ ein Instrumentalstück, doch ist dieses sehr stimmig beschaffen, weiß durch schöne, klare Gitarren und einer guten Atmosphäre zu gefallen. Kurze Passagen in denen eine flüsternde Stimme zu hören ist, komplettieren diese elegische Stimmung des Liedes.

Mit II folgt ein Lied, welches für Svart etwas Neues darstellt. Es ist 20 Minuten lang, beginnt schleppend – also typisch für depressiven Black Metal, wie Svart ihn spielt. Doch irgendwann geht dies über in schweren, erdrückenden Funeral Doom. Dieser Übergang zieht sich lange, über mehrere Minuten hin, indem die Intensität der Anschläge und Riffs allmählich zunimmt. Und dann irgendwann setzt plötzlich der Gesang ein, der sehr dunkel, tief und kehlig ist. Der Gesang ist verdammt gut und mächtig. Dies trifft auf II generell zu. Denn Svart versteift sich nicht nur auf Funeral Doom oder Depressive Black Metal, es gibt auch schöne atmosphärische Passagen zu bestaunen, die in die Death Doom Richtung à la Morgion gehen.

III ist über 39 Minuten lang und sehr ruhig sowie atmosphärisch, bestimmt durch unverzerrte Gitarren, die dann und wann etwas von Post-Rock haben. Allerdings auf eine angenehme, tiefe Art und Weise, ohne aufdringliche Verspieltheit. Irgendwann kommt leiser, klarer aber tiefer, sonorer Gesang hinzu, der sehr gut zur instrumentalen Begleitung passt. Über die enorme Länge entwickeln einzelne Passagen vielleicht eine gewisse Monotonie, die aber ihren Reiz hat und auch aus der andächtigen Ruhe heraus resultiert. III ist ein großartiges Stück, das fast rein instrumental ist und aufgrund seiner Länge und Ausdauer, viel Zeit und Raum besitzt, um sich in den tollen Klängen zu verlieren.

Ich bin von Förlorad sehr überrascht und angetan. Svart wandelt hier auf etwas anderen Pfaden als bisher, was einige Hörer sicherlich abschrecken dürfte. Denn reinrassigen Depressive Black Metal sucht man hier vergebens. Doch wer atmosphärische, ernste sowie melancholische Musik mitsamt doomigen Einschlag mag, ist hiermit gut beraten. Ich bin jedenfalls gespannt, ob Svart dieses Weg beibehalten wird oder Förlorad lediglich ein einzelner, experimentelle Ausflug sein wird.

01. I
02. II
03. III

http://www.ensamvarg.com/web/svart/index.html
http://www.frostscald.com/

 

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