Svart – Det Personliga Helvetets Spiral | 2013 | Art Of Propaganda | CD | Black Metal

Zuletzt war es um SVART, dem Soloprojekt von Christian Larsson, recht still. Vor etwas mehr als drei Jahren erschienen zeitgleich die beiden letzten Veröffentlichungen Namnlös och Bortglömd und Förlorad. Inaktiv war er deswegen aber trotzdem nicht, wie seine Mitwirkung in zahlreichen Gruppen wie SHINING, ACACIA oder LIVSNEKAD belegt. Nun ist mit Det Personliga Helvetets Spiral das dritte sowie überraschende Album von SVART erschienen.

Überraschend ist Det Personliga Helvetets Spiral, weil es doch unerwartet anders als das alte Material ist. Alle vorherigen Werke kann man grob im depressiven Black Metal verorten, obschon sich die Werke in Teilen unterschieden und man eine Entwicklung ausmachen konnte. Trotzdem ist die starke Weiterentwicklung, die sich nun im neuen Album entlädt, überraschend. SVART knüpft zwar am großartigen Vorgänger Förlorad an, treibt die Abwechslung und Vielfalt auf Det Personliga Helvetets Spiral aber wesentlich weiter. Det Personliga Helvetets Spiral ist ein überaus facettenreiches Werk, welches in jeglicher Hinsicht viel Abwechslung verspricht. Zwar ist die Grundatmosphäre nach wie vor düster und melancholisch, doch hat das neuste Album kaum noch etwas gemeinsam mit dem langsamen und verstörenden depressiven Black Metal von Våran tid är förbi und Vanära, vanmakt och avsmak.

Diese Veränderung und Weiterentwicklung wird schon nach wenigen Sekunden vom ersten Titel Genom Förgängelsens Dimmor deutlich, welches kraftvoll aber rockig beginnt. Hier kombiniert Larsson Akustikgitarre mit harten, rockigen Riffs sowie sonorem Klargesang und partieller orchestraler Hintergrundbegleitung. Das liest sich nicht nur opulent sondern hört sich auch sehr eindringlich und energetisch an, wobei ich diesen Einstieg ins neue Album gewöhnungsbedürftig empfinde, da ich von SVART doch etwas anderes gewohnt war. Überhaupt spielen orchestrale Arrangements und Begleitungen eine Rolle, sie sind immer wieder mal zu hören. Besonders gelungen und eindringlich empfinde ich sie in Suicidiums Evinnerliga Bävan, einem anfänglich langsamen und mittelschnellen Stück. Irgendwann setzt die orchestrale Begleitung ein, die sehr dramatisch ist und mich an den Soundtrack des Films „Requiem For A Dream“ erinnert. Im Ausklang Agnosis ist auch klassische Musik zu hören, hier allerdings vom schwedischen Komponisten Oskar Lindberg.

Diese klassischen und orchestralen Elemente sind aber nur ein Element, auch sonst weiß SVART Akzente zu setzen. Es sind viele prägnante Riffs und Melodien zu hören, die sowohl dunkel und bedrohlich aber auch hart oder behutsam sein können. Wie gesagt, es ist sehr vielfältig was man hier zu Gehör bekommt. In der Summe ist Det Personliga Helvetets Spiral ein düsteres Werk, welches sich aber nicht für eine latente Depression hergibt. Denn es ist auch atmosphärisch und stimmungstechnisch vielfältig und kann auch sehr hart und aggressiv werden.

Obwohl Det Personliga Helvetets Spiral so ein abwechslungsreiches Album ist und obwohl es sehr unterschiedliche Elemente in sich vereint, ist es SVART grandios gelungen, das Album sehr stimmig und flüssig wirken zu lassen. Trotz der Hülle und Fülle an Einflüssen wirkt das Werk zu keinem Zeitpunkt überfrachtet, sogar der etwas rockige Einstieg passt perfekt zum Gesamtwerk. Die drei Jahre Stille haben sich in jedem Fall gelohnt und mit Det Personliga Helvetets Spiral hat SVART ein kleines Meisterwerk hingelegt.

01. Genom Förgängelsens Dimmor
02. De Ogudaktigas Abyss
03. Hädanfärd
04. I Bulimia Nervosas Välde
05. Suicidiums Evinnerliga Bävan
06. Moder Jords Svärtade Sköte
07. Agnosis

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