Streams Of Blood / Chant Of Blasphemy – Infernal Lamontations

Streams Of Blood / Chant Of Blasphemy – Infernal Lamontations
2014 | Black Metal
CD | Folter Records

Wem MARDUK in all den Jahren zu kommerziell oder glatt geworden sind, der sucht womöglich nach Alternativen und kann sie unter anderem in STREAMS OF BLOOD finden. STREAMS OF BLOOD spielen seit ihrem Debütalbum „The Descent To The Source Of Disorder“ kompromisslosen und auf Brachialgewalt getrimmten Black Metal. Daran hat sich absolut nichts geändert und so sind auch die drei neuen Lieder auf diesem Splitalbum vor allem eines: gnadenlos und brachial.

Auch wenn STREAMS OF BLOOD das Gaspedal oftmals voll durchdrücken, ist es nicht nur blindes Geprügel, was den derben, giftigen und brachialen Charakter beschwört. Der Rhythmus ist variabel, das Schlagzeug poltert und drischt unbändig aber eben auch vielfältig. In „Open Your Third Eye“ wird das Tempo gerne gedrosselt und mit angezogener Handbremse gefahren, was nicht weniger eindringlich und sehr mächtig klingt. Manchmal wirkt das schnelle Spiel an den Fellen schon fast unnatürlich, so vielfältig und rasantwerden sie malträtiert. Aber auch an den Gitarren gibt es Gutes zu hören. Nämlich klirrend kalte Riffs, die den grimmigen Unterbau liefern, welcher von Thymos‘ Gesang verächtlich abgerundet wird.

Dass es CHANT OF BLAPSHEMY noch gibt, wusste ich gar nicht. Das letzte mir bekannte Lebenszeichen war die 2005er EP „Revelation“. Danach war sechs Jahre Funkstille und es wurde das Album „Godless Extermination“ veröffentlicht. Wie dem auch sei. Die vier neuen Lieder sind variantenreicher Black Metal, der sehr giftige und knurrende Elemente mit dezenten melodischen Gitarrenläufen verbindet. Es gibt Momente, da erinnert mich der grimmige Gesang von Dr. Stench an INQUISITION zuzeiten von „Incense Of Rest“, was einen interessanten Kontrast zu den leicht thrashigen Einflüssen darstellt.

CHANT OF BLASPHEMY machen einen anständigen und vor allem eigenständigen Eindruck. Sie kommen aus dem tiefen Untergrund und versprühen hasserfüllte Grimmigkeit, gepaart mit dezent gehaltenem, dreckigem Thrash. Das alles ist zwar überhaupt nicht neu und auch nicht besonders aber grundsolide und authentisch.

Insgesamt betrachtet ist „Infernal Lamontations“ ein interessantes Splitalbum, welches Ecken und Kanten hat und sich vor allem an Untergrundjünger richtet. Wer sich vor allem mit den großen und erfolgreichen Bands beschäftigt, wird solche Scheiben sicherlich nicht verstehen, aber für die ist derlei Black Metal ohnehin nicht gedacht. Mein Favorit sind hier STREAMS OF BLOOD, die mich vor allem mit „Open Your Third Eye“ zum Gefangenen machten. Aber auch CHANT OF BLASPHEMY wissen ob ihrer grimmig-kauzigen Eigenständigkeit zu gefallen.

STREAMS OF BLOOD
1. Open Your Third Eye
2. Iron Sky
3. Inferno

CHANT OF BLASPHEMY
4. Morgenandacht
5. Paradise Perverse
6. Inquisition
7. Phosphorus Nights

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