Stench – Venture | 2014 | Agonia Records | CD | Death Metal

Vier Jahre nach dem erfolgreichen Debütalbum „In Putrescence“ legen die Schweden, deren Hauptband TRIBULATION für viel Entzückung sorgt, nun mit „Venture“ nach. Es ist ein tolles Album geworden, welches sich jedoch vom Debüt zum Teil deutlich unterscheidet. „Venture“ ist ein morbides und überraschendes Werk mit viel düsterer Melodik.

Ja, gerade das Spiel an den Saiteninstrumenten ist immens, eindringlich und besonders. Sowohl klanglich als auch melodisch decken die Gitarren ein verdammt breites Spektrum ab und vermischen stellenweise eine agile rockige Attitüde und Lebendigkeit mit morbidem Todesblei. Dies wird schon sogleich mit dem Eröffnungstitel „Archways“ deutlich, welches einen treibenden und stampfenden Rhythmus aufweist, zu welchem Gitarrist Jonathan Hultén frickelige Melodiebögen und düstere Basslinien spielt. Die Finger stehen auf dem Griffbret niemals still und ob aller Lebendigkeit und Melodie gelingt es STENCH dennoch, hervorragend unheilvoll, düster und makaber aufzuspielen. Die vielen Riffs und Melodien, die mit rhythmischer Vielfalt einhergehen, sind überaus eigenständig und erzeugen von der ersten Sekunde an eine unerhört dichte Atmosphäre.

Aber nicht nur harmonisch betrachtet ist „Venture“ ein interessantes und erstklassiges Album. Auch Sänger Mikael Pettersson hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Seine Stimme ist nicht unbedingt typisch für den schwedischen Death Metal und überschreitet immer wieder die Grenze zum Black Metal, gerade dann, wenn er aggressiv keift und faucht, wie im dynamischen Titel „Road“. Dann entfesseln er und STENCH eine überaus explosive und aggressive Atmosphäre, welche hervorragend zur mehrheitlich düsteren und obskuren Stimmung passt.

„Venture“ ist ein Werk, welches mit jedem Durchgang wächst und besser wird. Zunächst war ich gefangen vom tollen Klang der Gitarren, doch auch das perfekte, punktgenaue Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug ist eindringlich und beeindruckend zugleich. Denn „Venture“ ist eine Platte, die so etwas wie Stillstand nicht kennt. Es ist ein facettenreiches und bewegliches Album, wo eigentlich ständig etwas passiert. STENCH ist es dabei gelungen, die Musik jedoch überhaupt nicht überladen oder zu komplex wirken zu lassen. Trotz der immensen Dynamik und Vielfalt geht „Venture“ flüssig runter wie Wasser.

STENCH haben mit „Venture“ ein großartiges Album abgeliefert, welches sich nicht einfach in eine Schublade pressen lässt. Dafür sind Eigenständigkeit und Ideenreichtum viel zu prägend. Ich empfinde zum Beispiel die dezenten rockigen Einflüsse und Hinweise überaus furios. Das Lied „Smell Death“ ist ein schnelles und dreckiges Stück, welches unterschwellig schon in Richtung Punk Rock à la DEAD KENNEDYS geht. Für mich haben STENCH alles richtig gemacht und haben sich gegenüber dem Debüt auf „Venture“ deutlich steigern können.

1. Archways
2. The Vast
3. Road
4. Small Death
5. Celebration
6. Way
7. Venture

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http://www.agoniarecords.com/

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