Sectu – Nefarious | 2014 | ViciSolum Productions | CD | Death Metal

Es gibt Alben die sind schwierig, merkwürdig und sperrig. Solch ein ominöses Werk ist ganz sicher auch „Nefarious“ von SECTU. Es ist mittlerweile das dritte Album der Schweden und es macht mich irgendwie unfassbar ratlos. SECTU spielen Death Metal, so viel ist klar. Doch alles Weitere verliert sich in schemenhaften Trugbildern, die nur schwerlich zu fassen sind.

SECTU spielen nämlich Death Metal der alles und nichts ist. Einerseits gibt es hochgradig technische Parts mit nervenaufreibendem Gefrickel und anstrengenden Breaks, andernorts bricht eine überraschend melodische Passage los und wieder an anderer Stelle denke ich plötzlich „Covenant“ von MORBID ANGEL zu hören. „Nefarious“ ist ein Album auf dem extrem viel los ist. SECTU sind nicht zimperlich was Vielfalt und Wechsel angeht. Eingängige Passagen sind selten und so ist nahezu permanent etwas in Bewegung und Veränderung, ständig ist etwas los, immerzu verändert sich der Rhythmus oder die Melodie. Für mich ist das schwierig und anstrengend, ich weiß gar nicht worauf ich mich zuerst konzentrieren soll. Da sind dann gemäßigtere und langsamere Lieder wie das schleppende „Perpetual Spectre“ eine bare Wohltat, auch wenn mich solche Arrangements stark an MORBID ANGEL erinnern.

Obgleich „Nefarious“ ein kompliziertes, schwieriges und anstrengendes Album ist, eines kann man SECTU dabei jedoch in jedem Fall attestieren: „Nefarious“ ist unheimlich, makaber und düster. Sowohl der Gesang als auch die Gitarren sind sehr tief und dunkel, was die düstere und apokalyptische Atmosphäre der Musik zementiert. Und wenn SECTU mal etwas geradliniger spielen, wirken sie tatsächlich sehr düster und beklemmend. Allerdings gibt es viele andere und gegenteilige Parts und Lieder, die nicht nur kontrastreich sind sondern chaotisch und konfus wirken. Das ist schade, denn diese beklemmenden und schleppenden Parts gefallen mir verdammt gut, doch werden diese durch die endlosen Breaks und technischen Kompliziertheiten verrückt. So gesehen ist „Nefarious“ ein entrücktes Werk für die Verdammten unter euch. Wer düsteren und drückenden, aber vor allem wendungsreichen und technischen Death Metal mag, kann hierin seine Erfüllung finden. Mir ist es aber zu viel des Guten, es ist viel zu viel los.

1. Fiery Initiator
2. Onset of Destruction
3. Perpetual Spectre
4. Tenebrous
5. Convergence
6. River of Oblivion
7. Usurper
8. The Wanderer

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