Scarab – Serpents Of The Nile | 2015 | ViciSolum Productions | CD / Digital | Death Metal

Wenn man an Death Metal und das alte Ägypten denkt, denkt man in jedem Fall an NILE und das war es dann wohl auch schon, denn SCARAB dürften hierzulande noch nicht viele kennen. Dabei existiert die Band bereits seit 2006, trat 2009 auf dem With Full Force Festival auf und veröffentlichte ein Jahr später über Osmose das Debütalbum „Blinding The Masses“. Wie die Amerikaner von NILE thematisieren auch SCARAB die ägyptische Mythologie, doch gibt es einen eminenten Unterschied zwischen den beiden Bands. SCARAB sind eine ägyptische Gruppe, was die Sache natürlich überaus interessant macht.

Es ist aber nicht nur die Herkunft, auch stilistisch unterscheiden sich beide Gruppen. SCARAB spielen abwechslungsreichen und druckvollen Death Metal, der treibende Rhythmen mit melodischen und atmosphärischen Elementen verbindet. Die Strukturen sind nicht besonders technisch und es gibt auch keine Einflüsse des Grinds. Wer jetzt womöglich die Hoffnung hegte, SCARAB würden orientalische Einflüsse einbringen, der wird enttäuscht werden. Wenn es sie gibt, sind sie absolut rar und überaus dezent. Es gibt immer wieder harmonische Passagen in denen begleitend ein atmosphärisches Keyboard zu hören ist, da gibt es dann auch mal Momente, wo die Melodien vielleicht etwas mystisch, düster und wenn man es will, auch orientalisch anmuten. Doch sind solche Akzente kein prägendes Element. Vielmehr stellen diese atmosphärischen Arrangements eine grundsätzlich geheimnisvolle und dunkle Stimmung her.

Wie bereits beschrieben, konzentrieren sich SCARAB auf abwechslungsreiche Arrangements, die in relativ langen Liedern zum Ausdruck gebracht werden. Es gibt viele harte und schnelle Parts, SCARAB verstehen es blendend, klassischen und treibenden Death Metal zu spielen. In dem Lied „Pyramid Of Illusions“ gibt es Passagen, die mich etwa an KRABATHOR erinnern. Doch SCARAB bleiben nicht lange bei einer bestimmten Spielweise. Es gibt viele Wechsel, harte Einlagen werden von atmosphärischen oder melodischen Parts abgelöst. Dann kann es auch schon mal vorkommen, dass ich mich an die älteren Sachen von OBSECRATION erinnert fühle, so sehr sind Atmosphäre, Melodik und Härte miteinander verwoben.

Obwohl „Serpents Of The Nile“ ein facettenreiches Album ist, haben es die sechs Musiker geschafft, die Musik weder überladen noch besonders technisch oder kompliziert wirken zu lassen. Genau dieser Umstand gefällt mir gut. Trotz des hohen Maßes an Abwechslung ist es ein stimmiges und flüssiges Album, auf dem es weder zu viel Härte noch zu viel Atmosphäre gibt. Wer abwechslungsreichen Death Metal mit atmosphärischen Elementen mag, der kann sich auf den 6. März freuen, denn dann erscheint die CD im schicken Digipak.

1. Calling Forth The Ancient Spirits Of Kemet
2. Visions Of A Blood River
3. Spells Of Coming Forth By Day
4. Serpents Of The Nile
5. Pyramid Of Illusions
6. Funeral Pharaoh
7. The Afterlife Illusions
8. Days Of A Burial Mask

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