Sael – Océan | 2007 | Pictonian Records | CD | Black Metal

Sael wurde ursprünglich 2002 in München von Odem Arcarum Leuten gegründet, ist nun aber eine rein französische Gruppe mit Musikern, die unter anderem in Asmodée und Annthennath mitwirken. Nach zwei Demoveröffentlichungen und einer Split EP mit Azaghal ist die MCD Océan der inzwischen vierte Tonträger.

Den Anfang macht das elf Minuten lange Titelstück Océan, in dem Sael bereits klar macht, es hier mit abwechslungsreichen aber dennoch rohem und kalten Black Metal zu tun zu haben. So beginnt das Lied harmonisch und klar, mit lieblichen und wohlklingenden Gitarrenmelodien. Allmählich nimmt das Lied Fahrt auf, eine leise und treibende Doublebass ist zu hören. Diese anfänglichen, harmonischen Minuten hören sich sehr gut an, da neben den Melodien auch einige kraftvolle Riffs und Rhythmuswechsel für eine mächtige Atmosphäre sorgen. Irgendwann setzt dann natürlich das richtige Lied ein, welches aber gleichfalls vielschichtig bleibt. Neben eisigkalten, eingängig schnellen Parts sind auch zahlreiche langsam und mittelschnell geartete Parts zu hören, die zum Teil aber sehr kraftvoll und energiegeladen arrangiert wurden. Océan ist ein sehr interessantes Lied, welches sehr gute und dunkle Harmonien, aber auch klare atmosphärische Parts und rigorose Härte und Schnelligkeit beinhaltet.

Ivresse de lune beginnt enorm schnell und heftig und klingt dabei recht interessant, da das dumpf klingende Schlagzeug ziemlich laut abgemischt wurde und die Gitarren teilweise ein wenig überlagert. Dies erzeugt einen interessanten Effekt, zumal dieses zu laute Schlagzeug eben auch nur partiell ist. In anderen Parts des Liedes ist es dann umgekehrt, und das schnelle, extreme Riffing überlagert umgekehrt die Rhythmusmaschine. Ivresse de lune ist in jedem Fall ein sehr extremes Lied, da einige harsche Parts sehr heftig ausgefallen sind.

Das simpel betitelte Instrumental ist nicht, wie man erwartet, ein ruhiger und atmosphärischer Lückenfüller, sondern ein Lied, das sowohl schnell und hart, als auch schleppend und melodisch ist. Über weite Strecken ist dabei eine Stimme zu hören, die vor versammeltem Publikum eine Rede hält. Zu guter letzt folgt Un cri dans l’éternité. Wie Océan ist es ein längeres und abwechslungsreiches Lied, in dem sowohl atmosphärische und harmonische Elemente, wie auch kraftvolle und sehr schnelle Parts zu hören sind.

Océan ist eine sehr anständige Veröffentlichung, die sowohl vielversprechende dunkelatmosphärische Parts als auch kalten, schnellen und zum teil harschen Black Metal bereit hält. Dabei übertreibt es Sael mit der Abwechslung oder Melodik jedoch nicht. Der Gesamteindruck von Océan ist sehr ausgewogen, weshalb man auf das im Frühjahr 2009 erscheinende Debütalbum wohl sehr gespannt sein darf.

7/10
Aceust

01. Océan
02. Ivresse de lune
03. Instrumental
04. Un cri dans l’éternité

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