Sad / Warwulf – Walking The Paths Of Despair | 2010 | Thor’s Hammer Productions | CD | Black Metal

Auf Walking the paths of despair teilen sich Sad aus Griechenland und Warwulf aus den USA den Platz auf der CD. Obwohl es Sad seit einigen Jahren gibt und die Griechen auf einige Tonträger verweisen können, sind die vier Lieder dieser Split meine erste Berührung mit der Gruppe. Von der Musik bin ich etwas überrascht, da ich irgendwie aus einem unerfindlichen Grund, vielleicht wegen des Gruppennamens, langsamen, depressiven Black Metal erwartet hatte. Stattdessen erklingt klanglich kraftvoll produzierter Black Metal, dessen Schlagzeug ordentlich Druck hat. Das Klangbild von Sad ist ohnehin klar und differenziert, in den ruhigeren Passagen kann man die Bassspur sehr schön deutlich hören.

Stilistisch sind die vier Lieder, die allesamt von längerer Spieldauer sind, recht abwechslungsreich behaftet. A maze of rats beginnt mit einem eingängigen, schnellen Rhythmus. Doch dabei bleibt es nicht, denn Sad ändert das Tempo häufig. Den unterschiedlichen Tempi wurde eine spielfreudige Gitarre an die Seite gestellt, deren Melodieführung mir manchmal etwas zu melodisch ist, manchmal aber auch mit grandiosen, simplen Riffs begeistern kann. Stets gitarrenbetont und rhythmisch vielfältig ist auch das über elf Minuten lange In the arms of sleep. Streckenweise ist das Lied sehr gut, einige Melodieführungen sind bestechend, doch ist mir die Reichhaltigkeit auf die Dauer etwas zu viel. Dann und wann würde ich mir etwas mehr Eingängigkeit von Sad wünschen. Diese gibt es zumindest rhythmisch in Mass annihilation, welches über lange Strecken eingängig schnell ist. Aber auch hier kann es Sad nicht lassen die Gitarren spielerisch und lebendig in Szene zu setzen.

Bei Warwulf war ich im Vorfeld bereits mit dem Demo Forgotten dreams of a lost empire vertraut. So wusste ich also, was mich erwarten würde. Wie schon auf dem Demo, zelebriert Warwulf rohen Black Metal, der ordentlich in Richtung Seigneur Voland und alte Satanic Warmaster geht. Die drei Lieder sind demnach roh und grimmig aber stets auch dezent mit einer leichten, melodischen Note versehen. Die Lieder hier unterscheiden sich stilistisch nicht groß vom Demo, allerdings ist der Klang ein besserer. Die grellen, rauen Gitarren stehen nun nicht mehr so laut und zentral im Raum, weshalb sich die Riffs und Melodieführungen nun besser heraushören lassen. Allerdings klingt das Schlagzeug phasenweise arg mechanisch und programmiert. Mich stört es nicht, da das Gitarrenspiel stimmt und mir der Kreischgesang mit leichtem Hall gut gefällt. Warwulf steht halt für rohen und primitiven Black Metal, den man hier auch geboten bekommt. Es wurde nichts aufpoliert oder geschönt, weshalb ich die Defizite des mechanischen Schlagwerks verschmerzen kann.

Für Fanatiker des Black Metals ist diese Split sicherlich interessant. Zwiegespalten bin ich persönlich allerdings bei Sad. Klanglich und spieltechnisch gibt es bei Sad nichts auszusetzen, stellenweise sagt mir die Musik auch sehr zu. Doch sind mir die langen Lieder insgesamt etwas zu melodisch ausgefallen. Etwas mehr Geradlinigkeit und Härte würde dem Material bestimmt gut stehen. Dass Sad es kann, wird stellenweise bewiesen. Mehr meinen Geschmack trifft deshalb Warwulf, der rohe und dreckige Vertreter dieser Veröffentlichung. Es ist einfach purer und direkter Black Metal, der spielerisch sicherlich seine Schwächen hat, mir aber auch deshalb sympathisch ist.

7/10

SAD
01. A maze of rats
02. In the arms of sleep
03. Mass annihilation
04. Fade to infinity

WARWULF
05. Memories of a cruel past
06. Follow the wolves to my grave
07. Of secret and shadows
08. Symbol of purity

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