Ruins – Cauldron | 2009 | Debemur Morti | CD | Black/Death Metal

Eine vielschichtige und interessante Black/Death Mischung bekommt man mit Cauldron, dem zweiten Album der australischen Gruppe Ruins, geboten. Reichhaltig ist Cauldron in jeglicher Hinsicht, da Ruins nicht nur mit verschiedenen Tempi und harten sowie harmonischen Arrangements zugange geht. Cauldron ist darüber hinaus auch in atmosphärischer Hinsicht ein mit Abwechslung gespicktes Werk, was mir jedoch nicht immer so gut gefällt. Denn Ruins versucht den Spagat zwischen modernen und anspruchsvollen, technischen sowie direkten, geradlinigen und flüssigen Strukturen. Dies gelingt meiner Meinung nach nicht immer, da einige Passagen zu modern, maschinell und technisch klingen. Andererseits gibt es dann aber auch Parts, in denen dieses Vorhaben ausgesprochen gut gelingt.

Im harmonischen Bereich gelingt es Ruins immer wieder durch schöne, dunkle Gitarrenmelodien, erstklassige klare, atmosphärische Passagen zu erschaffen, die unmittelbar direkt unter die Haut gehen. Doch wie im Falle von Suicidal pulse kann diese tolle Atmosphäre dann durch technische und moderne Arrangements, etwa stark verzerrte Gitarren mit kräftig ertönenden Riffs und latenter Doublebass, schnell zunichte gemacht werden. Der Gesang, der nur minimal verzerrt, aber recht rau und stets eher gesprochen wird, trägt natürlich oft erheblich zu diesem – mir befremdlichen – modernen, gerne sterilen, Charakter bei. Ruins kann aber nicht nur mit melodischen Darbietungen überzeugen. Der Anfang von Threshold forms ist beispielsweise sehr gut und gefällt auf Anhieb. Der Anfang ist treibend und kraftvoll, wird von kräftigen Gitarren getragen, die dunkle und vielleicht gar eisige Harmonien erzeugen. Allerdings ist der folgende Part bei weitem nicht so überzeugend, da Ruins nun versucht, durch schräge Melodien und einer klagenden jammernden Stimme so etwas wie Wahnsinn oder Schmerz auszudrücken. Es ist ein Bruch der mir nicht gefällt. Solche Momente lassen sich immer wieder auf dem Album finden.

Dabei kann man aber nicht mal sagen, dass Ruins etwas schlecht machen würde. Die Umsetzung des Materials ist durchgehend gut, man versteht etwa von guten Melodieführungen und auch der Klang ist gelungen, da differenziert und druckvoll. Lediglich die immer wieder auftretenden Ausflüge in zeitgemäße Klangstrukturen sowie der raue, sprechende Gesang, stoßen mir bisweilen bitter auf. Vereinzelt gibt es aber einwandfreie Momente, die sofort mit voller Wucht einschlagen und zu gefallen wissen.

Vermutlich wird Cauldron ein recht erfolgreiches Album werden, da ich denke, dass Ruins mit dieser Mischung aus treibender Härte, technischer Spielerei und dramatischer Dunkelharmonik den Geschmack vieler Leute treffen wird. Ich finde das Album nicht schlecht, doch tritt es insgesamt nicht ganz meinen Geschmack.

6,5/10
Aceust

01. Where time is left behind (Echoes of ghosts)
02. Threshold forms
03. Cauldron
04. Hanged after being blinded
05. Genesis
06. Upon these skeletons (Bury the dead)
07. Suicidal pulse

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