Ritual Orchestra / Blodsrit – Storm Of Immolation | 2000 | Psychic Scream Entertainment | CD | Black Metal

Bei Storm of Immolation handelt es sich um ein ungewöhnliches Split-Album. Mit Ritual Orchestra und Blodsrit hat das malayische Label Psychic Scream Entertainment zwei Bands auf eine Scheibe gepresst die geographisch kaum unterschiedlicher gelagert sein könnten. So handelt es sich doch bei Ritual Orchestra um eine Black Metal Formation aus dem fernen Indonesien. Und so hört man auch schon nach wenigen Sekunden mit The Longing of Black Majesty daß man es nicht nur geographisch, sondern auch musikalisch durchaus mit einer etwas exotischeren Black Metal Band zu tun hat. Überwiegend wird das Schlagzeug auf das Äußerste strapaziert, und der Gesang, der sehr betont im Vordergrund plaziert ist, erinnert stark an Kollegen aus Singapur. Nämlich Impiety. Und so wie Impiety musikalisch eine radikale Formation sind, bekräftigen es die drei Indonesier auf dieser Split auch. Drei der vier Songs von Ritual Orchestra haben eine Spielzeit von von ca. 7 bis knapp 9 Minuten, was bei dem knüppeligen Drum das zuweilen ein wenig schwächelt um dann wieder voll aufzudrehen, doch ein wenig anstrengend wirkt. Insgesamt wirken Ritual Orchestra zu wenig ausgewogen, können aber mit ihrem geradlinigen Stil dennoch überzeugen. Die Ansatze sind nämlch durchaus hörenswert, nur ist es schade, das Gesang und Schlagzeug die Musik durchweg dominieren. Wer extremes mag, und Impiety ohnehin schon liebt, der wird mit Ritual Orchestra voll auf seine kosten kommen.Aber Titel Nummer 5 gibt es den Gegensatz zu den Indonesiern. Blodsrit aus Schweden haben sich auf der zweiten Hälfte des Album verewigt. Im Gegensatzu zu den vier Liedern zuvor, tönt mit Blodsrit ein rauher Sound aus den Boxen, so daß man erst einmal die Lautstärke runterdrehen muss. Irgendwie hat die Klangperformance etwas bedrückendes, wobei ich mir nicht sicher bin ob das beabsichtigt oder ein ungewollter Effekt der Produktion ist. Dabei fällt schon gleich beim ersten Lied des schweden Nazgul´s auf, das das Drumming sehr gepresst wirkt. Fast so, als ob es einem Drumcomputer entsprungen ist, wobei aber im Inlay der CD geschrieben steht, das ein gewisser Rogga einige Songs eingehämmert hat. Weiter geht es mit Goddess of Life Eternal das schon mehr zu überzeugen weiß. Ein schleppendes Drumming zusammen mit einigen rauhen (und angenehmen) Riffs leiten das Lied ein. Insgesamt ist das Lied um einiges ausgewogner und ausgefeilter als der Vorgänger. Auch wenn das Schlagzeug einige Nuancen zu dumpf ist.

Am besten finde ich Torturing a Feeble Priest das von der ersten Sekunde an, eine eigene Atmosphäre in sich birgt die mich zum ersten Mal bei Blodsrit aufhorchen läßt. Langsamere Parts wechseln sich mit etwas schnelleren ab, ohne dabei aber jeweils ins Extrem zu verfallen. Schade das Blodsrit erst zum Ende hin ihr Potenial darbieten. Zum Abschluß gibt es dann noch A Blaze in the Winter Night, daß nicht nur textlich an Dark Throne erinnert, sondern von den Riff´s her auch stark an den norwegischen Pendant angelehnt ist…

Alles in allem stellt diese Split-Veröffentlichung eine interessante Mischung aus zwei gegensätzlichen und unterschiedlichen Bands und Black Metal Stilen dar. Sie ist zwar kein absolutes Muß, und auch kein Donnerschlag. Aber es gibt auch massenhaft schlechteres.

RITUAL ORCHESTRA
01. The Longing of Black Majesty
02. Anthems to the Lord Of Fire
03. Legend
04. Warriors of Hell

BLODSRIT
05. Shadowed Star of Darkness
06. Goddess of Life Eternal
07. Blinded by Fire
08. Master of the Grim Domains
09. Torturing a Feeble Priest
10. A Blaze in the Winter Night

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