Ragnarok – Psychopathology

Ragnarok - Psychopathology

Ragnarok - PsychopathologyVon den Gründungsmitgliedern ist nur noch Schlagzeuger Jontho übrig geblieben, der auf „Psychopathology“ erstmals auch den Part des Sängers übernommen hat. Für Konzerte wurde Malignant von DAUDEN zur Verstärkung verpflichtet, damit sich Jontho gänzlich dem Frontmann-Dasein hingeben kann. RAGNAROK existieren seit 1994 und waren ein Bestandteil der damaligen Blütezeit des norwegischen Black Metals. Damals erschien auch mein Lieblingsalbum von RAGNAROK, nämlich „Arising Realm“. Doch auch das 1995er Debütalbum „Nattferd“ sowie das dritte Album „Diabolical Age“ waren nicht schlecht. Hernach verlor ich die Norweger aus den Augen, obgleich Hoest von TAAKE auf „Blackdoor Miracle“ als Sänger fungierte. RAGNAROK waren nie wirklich schlecht, doch der Erfolg vieler ihrer Landsmänner blieb ihnen weitgehend verwehrt. Mit „Psychopathology“ steht nun die Veröffentlichung des achten Albums an.

RAGNAROK spielen nach wie vor Black Metal, der zu meiner Überraschung sogar dezidiert und geradlinig ist. Es gibt weder Intro noch Outro und auch sonst ging man sparsam mit ‚weichen‘, harmonisierenden Elementen um. Auf „Psychopathology“ soll der Black Metal sprechen, dies tut er auch. Das Tempo ist häufig hoch, das Schlagzeug bricht voranpreschend aus und Gitarrist Bolverk versteht es, sein Instrument der Situation anzupassen. In den schnellen Parts klingen die Riffs dreckig und kratzend, während die langsameren Passagen durch harmonische Melodien begleitet werden.

„Psychopathology“ ist ein traditionelles Black Metal Album, welches auf Kompromisslosigkeit setzt. RAGNAROK konzentrieren sich auf Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Aufgrund der schnellen Grundausrichtung wirken die Lieder recht brutal und erbarmungslos. Gelegentlich glimmt auch mal die typische norwegische Grimmigkeit auf, etwa in der Form eines speziellen Riffs.

Ragnarok (Band)„Psychopathology“ ist kein schlechtes Album. Alle Beteiligten verstehen ihr Handwerk und wissen was sie tun. Es ist einwandfrei umgesetzt und produziert worden, es hat Variation aber nicht zu viel Abwechslung, es hat Härte und Kompromisslosigkeit, dennoch fesselt es mich nicht. Doch das ist kein Problem von RAGNAROK allein. So geht es mir mit vielen altgedienten norwegischen Bands. Sie alle spielen gut gemachten Black Metal, der mich jedoch nicht mehr berührt, der in mir keine Gefühle mehr weckt. Sie sind ‚besser‘ geworden und haben einen hohen Grad an Professionalität erreicht der sich in technischen Details äußert, doch der besondere Geist früherer Platten fehlt. Sie sind alle mit der Zeit gegangen und haben sich verändert, das ist in Ordnung. Nur höre ich mir lieber die alten Platten an und überlasse die neuen Veröffentlichungen jüngeren Hörern.

„Psychopathology“ ist handwerklich einwandfrei gemachter traditioneller Black Metal. Gegenüber dem Vorgänger „Malediction“ konnten sich RAGNAROK auch deutlich steigern, mir persönlich fehlt aber das gewisse Etwas. Doch wer die neueren Platten von TSJUDER, MARDUK, SETHERIAL, GORGOROTH und Konsorten gern hört, der sollte RAGNAROK und „Psychopathology“ eine Chance geben. Wer sich lieber die alten Platten gibt, wird das neue Album vermutlich eher langweilig finden.

Ragnarok – Psychopathology
Vinyl / CD / Digital | Agonia Records
25.03.2016 | Black Metal

1. Dominance and Submission
2. I Hate
3. Psychopathology
4. My Creator
5. Infernal Majesty
6. Heretic
7. Into The Abyss
8. The Eighth Of The Seven Plagues
9. Lies
10. Blood
11. Where Dreams Come To Die

http://www.ragnarokhorde.com/ | https://www.facebook.com/ragnarokofficial | https://soundcloud.com/ragnarokofficial
http://agoniarecords.com/ | https://agoniarecords.bandcamp.com/

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