Rabenholz – Akt I – Auf welken Schwingen… | 2010 | Helheim Productions | CD | Black Metal

Bei Helheim Productions muss man von Rabenholz’ Debütveröffentlichung schwer beeindruckt gewesen sein, da diese bereits auf CDR von der Gruppe selbst veröffentlicht wurde und nun eine professionelle Neuauflage im edlen Digipak erfährt. Akt I – Auf welken Schwingen… wird am 22. Oktober erscheinen und ob sich der Kauf lohnt, wird nun geklärt.

Am Anfang gibt es einen Einklang der zugelcheich auch Namensgeber für das Album ist. Diese Einleitung wird von einem Cello bestimmt, das ruhig, etwas düster und leicht schräg klingt und mich mit seiner Atmosphäre an die Filmmusik von Jörg Buttgereits Filmen erinnert. Danach folgt mit Schatten der Sehnsucht der das erste richtige Lied, in dem man sofort ein hohes Tempo vorgibt. Brutal, schnell und hasserfüllt – so könnte man das Lied vortrefflich und auf das Wesentliche reduziert, beschreiben. Im Gesang von Rabenholz offenbart sich auch das markanteste Merkmal, denn die Stimme von Sänger Totenfrost ist extrem verzerrt und pures, hasserfülltes Geschreie und Gekeife, welches an Heftigkeit und Eindringlichkeit kaum überboten werden kann. Stellenweise erinnert mich der Gesang von Rabenholz an Nagelfars Gesang in Nur ein See, auch wenn es bei Rabenholz keinen Halleffekt gibt.

Rabenholz hat ganz offenbar eine Vorliebe für schnellen sowie harten Black Metal, trotzdem verliert man sich nicht in blinder Raserei. Es gibt zahlreiche Tempovariationen und auch einige atmosphärische Passagen, in denen beispielsweise Klargitarre zu hören ist, oder das Cello nochmal zum Kurzeinsatz kommt, lockern die Brachialgewalt wohlig auf. Es gibt ja viele Gruppen, die sich auf schnellen und brutalen Black Metal spezialisiert haben. Rabenholz ist aber trotzdem eine Eigenständigkeit zu attestieren. Der Klang ist etwas merkwürdig und auch das Spiel am Schlagwerk sorgt für besondere Akzente. Beide Besonderheiten hängen auch irgendwie zusammen, da das Schlagwerk einen ungewöhnlichen Klang hat. Es ist sehr druckvoll, und ich liebe es, wenn es den Boden zum Beben und die Wände zum Wackeln bringt, doch ist es in diesem Falle manchmal gar einen Ticken zu mächtig und druckvoll. Hinzu kommt die manchmal etwas sehr technische, mechanische und abgehackte Spielweise, die gemeinsam mit dem Klang für eigenwillige und sonderbare Momente sorgt. Davon aber mal abgesehen ist Akt I – Auf welken Schwingen… aber eine gute und überzeugende Debütveröffentlichung.

Wer keinen überaus extremen und vordergründigen Kreischgesang scheut, kann hiermit nicht viel falsch machen. Rabenholz spielt schnellen Black Metal, der sowohl brutale als auch atmosphärische und melodische Momente besitzt. Eine Neuauflage ist also gerechtfertigt, da die 111 Kopien der Eigenveröffentlichung doch etwas knapp bemessen waren.

7/10
Aceust

01. Auf welken Schwingen…
02. Schatten der Sehnsucht
03. Todesherrschaft
04. Stille… Am Ende aller Tage
05. Als das Licht mich mit sich nahm…

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