Purgatory – Necromantaeon | 2011 | War Anthem Records | CD | Death Metal

Seit fast 20 Jahren veröffentlicht Purgatory Death Metal, der hierzulande mit zum Besten gehören dürfte. Seit den beiden ersten EPs Psychopathia Sexualis und Sadistic Spell hat sich viel getan, das Bandgefüge veränderte sich, man wird älter und damit geht auch eine Weiterentwicklung einher, der man sich über so einen langen Zeitraum nur schwerlich entziehen kann. Düster war Purgatory schon immer, jedoch wurde man von Album zu Album härter, brutaler, direkter. Diese Entwicklung gipfelt nun im sechsten Album Necromantaeon. Es ist ein geradliniges Album mit einer sehr dichten, tief tönenden Klangwand aus Todesriffen und treibenden Rhythmen. Somit steht Necromantaeon dem Vorgänger Cultus Luciferi in nichts nach, im Gegenteil: Purgatory hat noch nie so flüssig geradeaus und brachial wie 2011 gespielt. Die neun Lieder kommen wie aus einem Guss, sind sehr homogen und stimmig. Auch die langsameren Passagen wurden überaus massiv und wuchtig arrangiert, kräftige Gitarrenwände oder Doublebass-Angriffe lassen einen nie vergessen, es hier mit Tod, Zerstörung und Metal zu tun zu haben.

Dabei gefiel mir Necromantaeon am Anfang gar nicht so gut. Zunächst erschien es mir zu glatt, professionell und abgeklärt. Doch beim zweiten und dritten Durchgang sprang der Funke über und die Feinheiten offenbarten ihre Reize. Glorification of Lightbearer ist ein erstklassiges Lied, in dem sich brutales Tempo und ein atmosphärisch langsamer Part die Klinke in die Hand geben und mich einfach umhauen. Necromantaeon ist aber nicht nur aufgrund seiner Brutalität und Geradlinigkeit so gut sondern auch der Klangproduktion wegen. Purgatory klang noch nie so klar und differenziert wie auf Necromantaeon.

Auch mit dem sechsten Album konnten Purgatory erneut beweisen zur Speerspitze des deutschen Death Metals zu gehören. Zudem gelang Purgatory das Kunststück mit jedem Album zu gefallen. Ich mag das eher langsame und dafür düster atmosphärische Damage Done By Worms ebenso wie die neuen, brutalen Alben.

Neben der CD von War Anthem Records gibt es übrigens auch noch limitiertes Vinyl von Animate Records.

8/10
Aceust

01. Arrival of the divine
02. Reaping the diseased
03. Where darkness reigns
04. Glorification of the lightbearer
05. Downwards into unlight
06. Scourging blasphemies
07. Calling the grand destroyers
08. Necromataeon
09. The collapse of tides

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