Psychomantum – Ein Requiem | 2012 | Eigenproduktion | CD | Neo Klassik

PSYCHOMANTUM hat mich mit diesem Album ganz schön überrascht, denn mit dem 2010 erschienenen Album Genius Loci oder der Split mit NACHTMAHR lässt sich ein Requiem gar nicht vergleichen. Das Album entstand aus persönlichen Beweggründen und behandelt musikalisch das Thema Tod und Sterben, es ist ein Abschied von bestimmten Personen.

Der Name des Werkes ist Programm. Es ist ein ruhiges und stimmungsvolles, weitgehend instrumentales Album, welches mit Black Metal oder Metal überhaupt nichts zu tun hat. Inhaltlich und musikalisch ist das Album am originalen Requiem angelehnt und entfaltet eine sehr dichte und andächtige Atmosphäre. Das Spektrum der (synthetischen) Instrumente ist breit gefächert und beinhaltet unter anderem Orgel, Streich- und Blasinstrumente sowie zarte Chorgesänge. Es gelingt PSYCHOMANTUM tatsächlich, so etwas wie eine kirchenmusikalische Grundstimmung zu erzeugen. Obwohl ich mich privat nicht mit solcher Musik auseinandersetze, wirkt ein Requiem auf mich auf Anhieb stimmig und es gelingt, mich sofort an die Musik zu fesseln.

Obgleich die Stücke zum Teil sehr lang und per definitionem ruhig sind, entsteht zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Langeweile oder Langatmigkeit. Ich empfinde die Arrangements als sehr stimmig und gefühlvoll und überhaupt nicht kitschig, was womöglich gar nicht so einfach war und ist. Die Atmosphäre die ein Requiem für mich hat, ist zwar durchaus ernsthaft und in gewisser Weise auch schwer, aber niemals wirklich bedrückend oder beklemmend, viel eher gelingt es PSYCHOMANTUM, die Ernsthaftigkeit und Endgültigkeit des Themas mit einer erhebenden aber bestimmenden Leichtigkeit vorzutragen.

ein Requiem ist ein persönliches und deshalb auch spezielles Werk. Das Anliegen von Sargath geht meiner Meinung nach voll und ganz auf, demzufolge ist es hinsichtlich seiner Intention auch ein überaus gelungenes Werk. Mich spricht es an, es berührt mich und es ist ein prächtiges Album für das Jahresende. Das Album ist als Digipak am Totensonntag erschienen und auf 100 Stück limitiert, allzu lange sollte man also nicht warten.

01. Introitus
02. Kyrie in drei Teilen
03. Übergang I – dem weißen Licht entgegen
04. Sequenz in vier Teilen
05. Übergang II – einst noch von Dauer
06. Offertorium
07. Übergang III
08. Zum letzten Geleit

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