Profundi – The Omega Rising | 2007 | Viva Hate Records | CD | Black Metal

Hinter dem Ein-Mann-Projekt Profundi steckt der ehemalige Naglfar-Sänger Jens Rydén, der sich und seine Vorstellungen mit The omega rising zu verwirklichen sucht.

Mit schnellem, harten Riffing und rasender Geschwindigkeit beginnt das Album mit dem Lied …of flesh & blood. Selbst im atmosphärisch gestalteten Refrain wird die Geschwindigkeit kaum gedrosselt. Nach knappen zweieinhalb Minuten jedoch, legt Profundi eine kurze, ruhige Passage ein, die mit einer Kirchenorgel ausgeschmückt ist, um dann noch heftiger und antreibender loszuprügeln. Dieser überaus brachiale Part erinnert in seiner Heftigkeit ein wenig an Dead Head mit ihrem ersten Album “The feast begins at dawn”. Gleichfalls antreibend ist das folgende Unanimation, auch wenn es nicht ganz so brutal ist und eine melodische Komponente das harte Riffing ersetzt hat.

Die Gitarrenarbeit ist das wesentliche Element von The omega rising. Ganz gleich ob es hartes und technisches Riffing ist oder es sich um harmonische Melodiebögen handelt, die Gitarren stehen so gut wie immer im Vordergrund und sind damit das prägende atmosphärische Element in der Musik. Besonders gut und schön ist dies in Split-Tounged festzustellen. Das Lied besteht rhythmisch aus einem enorm schnellen Grundtakt, das Schlagzeug rast nahezu unentwegt. Doch trotz dieser Geschwindigkeit besitzt Split-Tounged einen hohen melodischen Anteil, der durch vielfältig und gut gespielte Gitarren erzeugt wird.

Das Titellied The omega rising ist ebenfalls ein schnelles, antreibendes Stück, das jedoch etwas kraftvoller ist als die bisherigen Lieder. Dies liegt an der differenzierteren Spielweise des Schlagzeugs in den etwas langsameren Passagen. Ein regelrechter Knaller folgt dann mit Coffinborn, welches durch eine ruhig gespielte Gitarre eingeleitet wird, die dabei düster und bedrohlich klingt. Auf diesen Einstieg folgt wieder antreibend-eingängige Schnelligkeit kombiniert mit schnellem Riffing. Doch die anfängliche, düster klingende Melodie ist weiterhin im Hintergrund zu hören bis der Gesang einsetzt. Von nun an hat Coffinborn eine mitreißende Dynamik und elegante Brachialität, erzielt aus dem perfekten Zusammenspiel von Gesang, Rhythmik und Melodik. Vielleicht gefällt mir Coffinborn auch deshalb so gut, weil es mich stellenweise an Naglfars Album „Diabolical“ erinnert.
Mit Silent hosts of decay folgt ein kurzes melancholisches Instrumental, bevor es mit Engulfed in hellfire schleppend, kraftvoll und zuweilen auch melodisch weitergeht. Auch die beiden letzten Titel Lifeless, cold & crimson und Out of the evening mist wissen zu gefallen. Beide Stücke sind wieder schneller und antreibender strukturiert.

Ich bin von The omega rising angenehm überrascht. Ich wusste vorher zwar nicht, was mich erwarten würde, doch der Umstand alleine, dass der ehemalige Naglfar-Sänger hierfür verantwortlich ist, machte mich etwas skeptisch. Doch zu Unrecht. The omega rising ist ein sehr schnelles Album, ohne sich dabei in purer Brutalität zu verlieren. Jens Rydén platzierte sehr geschickt, atmosphärische und melodische Arrangements in den Strukturen, sodass trotz aller Schnelligkeit am Ende ein vielschichtiges Werk entstanden ist, das sich sehr gut anhört.

01. …of flesh & blood
02. Unanimation
03. Split-Tounged
04. The omega rising
05. Coffinborn
06. Silent hosts in decay
07. Engulfed in hellfire
08. Lifeless, cold & crimson
09. Out of the evening mist

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