Primal – Deathzone | 2011 | Q.E.V. Productions | CD | Black Metal

Es ist noch gar nicht so lange her, als mich das Splitalbum Chapel Of Fear erreichte, auf dem Primal die Gruppe war, die mir am besten gefiel. Nun folgt von Primal, einer polnischen Einmanngruppe, das erste Album. Deathzone umfasst acht Lieder und beinhaltet düsteren und bösartigen Black Metal, bei dem zunächst der extreme sowie böse Gesang auffällt. Dieser ist stark verzerrt, kehlig und erdig und passt hervorragend zur eigenwilligen Instrumentierung. Deathzone ist ein überaus reichhaltiges Album, auf dem es sehr viel zu hören gibt und dessen Gliederung unkonventionell ist, da der klassische Liedaufbau fehlt. Rhythmisch und harmonisch ist Primal stets in veränderlicher Bewegung, klingt dabei aber immer morbide und böse. Überhaupt erinnert mich Deathzone atmosphärisch ein wenig an Muspellz Synir von Nåstrond, auch wenn Primal stilistisch durchaus einen anderen Pfad begeht. Aber es ist diese düstere, zum Teil auch bizarre und groteske Atmosphäre, die durch die dunklen und riffbetonten sowie abstrakten Strukturen und dem stark verzerrten Gesang hervorgerufen wird, die diese Erinnerungen an Muspellz Synir wach ruft.

Aus dieser Perspektive ist Deathzone sicherlich kein leicht zugängliches Album, da es dem Einen und Anderen vielleicht als zu sperrig erscheint. Doch für mich funktioniert das Album sofort, da es sehr gute Riffs enthält, die zwar dunkel aber oft auch sehr packend und ergreifend sind. Zudem mag ich das Obskure in der Musik von Primal. Es gibt immer wieder Arrangements und Veränderungen, die eigenwillig aber bizarr sind, und das verstärkt den ohnehin bösen und dunklen Charakter der Musik. Außerdem bin ich überrascht, wie gut das Material von nur einer einzigen Person umgesetzt wurde. Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, hier einer Einmanngruppe zu lauschen. Sicherlich, gelegentlich gibt es Hänger, es gibt auch vereinzelt belanglose Riffs, die man hätte besser und ansprechender schreiben können, doch ändert dies nichts an der überaus gelungenen und vielfältigen Umsetzung. Zudem sind solche eher platten Momente wirklich rar gesät und stehen eine Vielzahl guter Riffs vernachlässigbar gegenüber.

Für mich ist Deathzone ein echter Geheimtipp. Unkonventioneller Black Metal, der sehr gute Riffs und Harmonien beinhaltet und darüber hinaus böse und morbide ist. Ich würde das Ganze zwar nicht unbedingt abstrakt nennen, doch ist der Stil von Primal überaus eigenwillig und stellenweise auch sehr emotional – Son Of The Morning erinnert mich phasenweise gar an das großartige Lied Unchain The Wolves von Destroyer 666! Das spricht doch im Grunde schon für sich.

8/10
Aceust

01. Angel’s hatred
02. Wrath of the god
03. Deathzone
04.
05. Book of revelation
06. The prophecy
07. Liars
08. Son of the morning

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