Pestilential Shadows – Depths | 2011 | Séance Records / Adverse Order Music | CD | Black Metal

Depths heißt das vierte Album der aus Australien stammenden Gruppe Pestilential Shadows. Obwohl es die Band schon eine Weile gibt und einige Leute von bekannten Gruppen wie Nazxul, Drowning the Light oder Woods of Desolation mitmischen, ist Depths für mich dennoch die erste Berührung.

Depths ist ein atmosphärisches sowie homogenes Album, bereits beim ersten Durchlauf wirken die acht Lieder, als kämen sie direkt aus einem Guss. Dies kann man gut finden, doch für mich erschwert es die Sache, denn dadurch wirkt Depths zunächst auch etwas glatt sowie ecken- und kantenlos. Vor allem auch deshalb, weil die Kompositionen oft atmosphärisch gelagert sind, was an den zwar kalt aber dezidiert melodisch gespielten Gitarren liegt. Obwohl Pestilential Shadows eigentlich nicht mit Austere zu vergleichen ist, erinnert mich Depths manchmal an “To Lay Like Old Ashes”, welches mir stets etwas befremdlich und zu glatt blieb. Im Falle von Pestilential Shadows liegt dies an der melancholisch-atmosphärischen Ausrichtung und dem Kreischgesang, der auf Depths ganz klar in die Richtung DSBM geht.

Fernab der atmosphärischen Nörgelei meinerseits enthält Depths aber trotz allem eine gewisse Vielfalt. Immer wieder wird das Tempo enorm hochgeschraubt sodass das Schlagwerk erbarmungslos, geradlinig und bisweilen auch extrem monoton getrommelt wird. Da wundert es mich auch nicht, dass mir ausgerechnet Choirs Beyond the Blackened Stars am besten gefällt. Rhythmisch ist es eine radikal monoton vorgetragene Nummer, die schon einer Kältestarre gleicht, zumal die langsam gespielte Gitarre mit ihren wenigen aber guten Riffs diese kalte Raserei atmosphärisch perfekt begleitet. In Choirs Beyond the Blackened Stars gibt es ausnahmsweise auch kaum Kreischgesang, sondern zumeist lediglich dunkel gesprochene Stimmen zu hören. Die anderen Tempostücke überzeugen gleichfalls, da es Pestilential Shadows gut gelungen ist, die Raserei mit einer packenden, kalten Atmosphäre auszukleiden. Als nicht ganz so gelungen empfinde ich jedoch die langsameren und melodieintensiveren Stücke und Passagen. Diese gehen mir zu sehr in die Ecke der Depression und Einsamkeit, was vielen aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr gefallen wird. Mein Missfallen wird zudem auch von der Klangproduktion genährt, die mir vor allem in den gemäßigten Abschnitten zu glatt ist. Gerade die mächtigen Gitarren hätten meiner Meinung nach einen etwas markanteren und dreckigeren Klang verdient.

Es nützt aber alles nichts, in der Summe ist Depths ein durchaus brauchbares Album welches atmosphärischen Black Metal mit viel Raserei aber auch depressiver Stimmung enthält. Spielerisch in jedem Fall überzeugend, ist es aber stimmungstechnisch nicht immer mein Fall.

7/10
Aceust

01. Lost geists of the sunlight sphere
02. Tribulations of man
03. Choirs beyond the blackened stars
04. Architects of the spear
05. Shrine
06. Poisoner
07. Putrid earth
08. Depths

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