Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 – Split

Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 - Split

Bereits Mitte 2009 entstieg dieses Gemeinschaftswerk von Nebelklang und SFH Records dem Höllenfeuer und wurde auf die Menschheit losgelassen. In Anbetracht der Beteiligung werden einige Gutmenschen sicher aufschreien, Fakt ist aber, daß auf diesem Tonträger blasphemischer, zerstörerischer Black Metal geboten wird und sonst nichts. Der Zentralrat der hyperkorrekten Schwarzmetaller in Deutschland kann sich also wieder beruhigen! Überzeugen kann man sich davon, indem man sich die Liednamen anschaut bzw. die Texte im Beiheft durchliest, denn die sind alle abgedruckt.

Viel Aufmerksamkeit brachte ich den Deutschen von Permafrost bisher nicht entgegen, aber der stürmische Beginn dieses Tonträgers kann mich musikalisch uneingeschränkt überzeugen. Das erste Lied der Scheibe müßte Satanic Order sein und nicht wie auf der Rückseite der Hülle angegeben Antichrist. Dabei handelt es sich um einen Druckfehler, das ist nicht weiter wichtig und dient lediglich der Vollständigkeit. Permafrost überzeugen mit einer gängigen Mischung aus Rasanz und gedrosselten Anteilen. Düstere Landschaften entstehen vor dem geistigen Auge des Hörers und die Sturmtruppen Satans marschieren unaufhaltsam. Festzustellen ist ein dezenter Hauch von schwarzem Schwedenstahl, zumindest bei den Gitarren; keine Sorge, ich will damit nicht sagen, daß Permafrost ein Schwedenklon sind – sind sie nämlich nicht. Klanglich dicht ist das zwar nichts für die Saubermänner des Black Metals, aber gut aufeinander abgestimmt und ich kann da nichts Bemerkenswertes bemängeln. Klassisch, schnörkellos, gut!

Als nächstes kommt das Duo Menneskerhat und es bricht ein wahrer Feuersturm los. Sprach ich bei Permafrost noch von einem stürmischen Beginn, was bitte soll ich dann hierzu sagen? Pain, Torture, Kill prescht voran, da wurde viiieel Kohle nachgelegt. Die Hochgeschwindigkeitsattacken des Schlagzeugs haben mit dem melodischen Gitarrenhandwerk einen steten Begleiter gefunden und sie passen ausgezeichnet zusammen. In Holocaust on Heaven, Holocaust on Earth nimmt dann die Leadgitarre eine führende Position ein, das ist kein Standardgeschrammel mehr. Trotz der Geschwindigkeit bieten Menneskerhat kein unüberlegtes Gemetzel, denn gut eingestreute Pausen ermöglichen dem Hörer kurze Erholungsphasen, bevor das Duo erneut zum Angriff schreitet. Seine vollmundige Abrundung bekommt der Feuersturm vom aufpeitschenden, fauchenden Gesang. Menneskerhat sind melodisch und brachial zugleich und sorgen für eine faustdicke Überraschung bei mir.

Den Abschluß des unheiligen Dreigestirns bilden Annihilation 666, die wie die beiden Vorgänger mit zwei Liedern vertreten sind und wie auch bei Permafrost scheint es einen Dreher bei den Liedern zu geben. Das erste von zwei Liedern ist also nicht Blasphemous Violation, sondern DeathSexObsession, wenn ich meinem Gehör noch trauen kann. Liedtitel hin oder her, handwerklich sitzen auch diese Männer gut im Sattel. Verschiedene Tempi zu verwenden war eine gute Idee, die Lieder siechen so nicht leblos vor sich hin. Rhythmisch gelungene Mitteltempostrecken sind genauso vertreten wie kurze Hassanfälle, die sich durch erhöhte Geschwindigkeit auszeichnen. Annihilation 666 schmettert zwei Stücke garstigen Black Metals aus dem Höllenschlund, die dem klassischen Schema folgen, aber gut umgesetzt sind.

Abschließende Worte meinerseits will ich Euch nicht vorenthalten. Keine Neuerfindung des Rades, keine (pseudo?)intellektuellen Phrasen und kein unnötiger Firlefanz, der Tonträger bietet pure Satanskost. Alle beteiligten Gruppen haben ihre Stärken und die Aufnahmequalität kennt man vom Untergrund wesentlich schlechter. Für Freunde des blasphemischen Black Metals eine empfehlenswerte halbe Stunde Musik!

8/10
Der Einsiedler

Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 – Split
2009 | Black Metal
CD | SFH Records / Nebelklang

PERMAFROST
01. Satanic order
02. Antichrist

MENNESKERHAT
03. Pain, torture, kill
04. Holocaust on heaven, Holocaust on earth

ANNIHILATION 666
05. DeathSexObsession
06. Blasphemous violence

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