Paragon Belial – Nosferathu Sathanis | 2008 | Bloodred Horizon Records | CD | Black Metal

Wer hätte das gedacht? Zwölf Jahre nach dem großartigen Debütalbum Hordes of the darklands gibt es von Paragon Belial nun ein zweites Album. Natürlich ist Nosferathu sathanis anders als sein Vorgänger. Da kommt es auch nicht von ungefähr, das sich mit Horus / Aggressor ein Hellhammer-Cover mit auf dem Werk befindet, denn die Richtung in die das neue Album geht, ist ganz klar zurück zu den Ursprüngen. Dieser Oldschool-Gedanke manifestiert sich bereits sofort mit dem Gesang im eröffnenden Titelstück. Denn, anders als auf Hordes of the darklands oder Dark Metal – dem ersten Album von Bethlehem, das Andreas Classen ebenfalls eingesungen hat – ist der Gesang nun rauer, roher und weniger kehlig. Es fehlt der offensive und intensive Charakter im Gesang, dennoch erkennt man Andreas Classens Stimme hier und da, was dann auch sofort die schon nostalgische Atmosphäre der beiden genannten Werke heraufbeschwört.

Musikalisch ist Nosferathu sathanis ein durchaus abwechslungsreiches Album, auch wenn die düsteren und atmosphärischen Elemente von einst fehlen. So sind nun keine dunkelatmosphärischen Gitarrenlinien mehr zu hören, die für düstere, unheimliche und bizarr klingende Momente sorgen. Stattdessen setzt Paragon Belial auf eher geradlinige Strukturen. Dabei bedient man sich allerdings subtiler Stilelemente, die sich erst nach mehreren Durchgängen vollständig entfalten. Dies betrifft vor allem die Melodieführungen, die anfänglich etwas platt und uninspiriert wirken, jedoch so unauffällig und geschickt strukturiert sind, dass man die Klasse nicht auf Anhieb erkennt. Aber nicht nur die harmonische Komponente ist hörenswert, Paragon Belial gibt sich auch rhythmisch variabel. Neben schleppenden, dunklen und drückenden Passagen sind auch schnell und aggressiv eingehämmerte Lieder zu hören.

Wirkliche Eingängigkeit kommt dabei nicht auf. Überladen, verspielt oder zu komplex ist Nosferathu sathanis aber auch nicht. Es ist vielmehr ein Album, auf dem vieles in Bewegung gehalten wird und auf dem man antreibende Rhythmen mit guten sowie subtilen Melodieführungen kombiniert. Es ist ein gutes Album, das anders ist als der Vorgänger, doch immer wieder an einigen Stellen an die früheren Zeiten erinnert. Man muss sich dazu nur Necromancer anhören, welches ganz klar auf frühe Bethlehem und Hordes of the darklands verweist.

Besonders interessant an dieser Veröffentlichung ist, dass die ersten 1000 Kopien als Doppel-Digi-CD verkauft werden, die neben dem neuen Album auch das Debüt beinhalten.

7/10
Aceust

01. Nosferathu sathanis
02. 666 calling of the dead
03. Goatspawn
04. Horus / Aggressor (Hellhammer Cover)
05. Abomoth
06. Solemnize me
07. Grimdozer
08. Necromancer
09. Black Metal united & strong

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