Original Sin – Misanthropic | 2007 | Funeral Moonlight Productions | CD | Black Metal

Misanthropic stellt das Debütalbum des chinesischen Einmann-Projekts Original Sin dar. Dass hier nur ein einziger Musiker Hand anlegt, hört man der Musik nicht unbedingt an. Statt wildem Einmann-Chaos bekommt man hier rohen, grellen sowie atmosphärischen Black Metal mit abwechslungsreichen Facetten zu hören.

Nach dem Einklang Shadows wird in The black cloud upon the city erst einmal in einem hämmernden und treibenden Rhythmus losgelegt, zu dem ein stark und harsch verzerrter Gesang zu hören ist. Obwohl das eingängig antreibende Schlagzeug, in simpler Art seinen Rhythmus einpeitscht, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen, ob es sich hierbei um einen Drumcomputer handelt oder nicht. Falls ja, dann wurde er von Original Sin jedenfalls sehr gut programmiert und umgesetzt. Irgendwann wird die Geschwindigkeit herausgenommen und aus dem Hintergrund sind harmonische Synthesizerklänge zu hören, die gemeinsam mit der Gitarrenwand und dem harschen Kreischgesang für eine gute und wirksame Atmosphäre sorgen.

Weitaus aggressiver und geradezu hasserfüllt heftig geht es mit Ruin all weiter. Das Schlagzeug stampft, poltert und peitscht gnadenlos und auch der Kreischgesang, diesmal anders, bizarrer verzerrt, kreischt bissig und unablässig. Ruin all ist ein vollkommen von Hass und Zerstörungswut durchdrungenes Lied, schade nur, das es mit weniger als vier Minuten relativ kurz geraten ist.

Be disgusted with the city ist das erste, durchgängig langsam und schleppend gehaltene Stück des Albums. Es dauert sieben Minuten und wird vor allem durch ruhiges aber stets grelles Gitarrenspiel bestimmt. Vereinzelt sind auch kurze, klare Parts mit atmosphärischen Hintergrundklängen zu hören. Mit dem Burzumtitel Lost wisdom folgt dann ein bekannter Klassiker, der von Original Sin gut umgesetzt und nachgespielt wurde. Einerseits erkennt man das Original sofort, andererseits hat Original Sin aber auch sehr eigene Akzente gesetzt. Es ist also keine 1:1 Kopie, mir gefällt so was.

Atmosphärisch, schleppend und mit dezentem Keyboardeinsatz wird Pure land vorgetragen. Es hat eine melancholische Atmosphäre und wenig Abwechslung. Lediglich im mittleren Teil wird es kurzweilig etwas schneller und lauter. Ebenfalls schleppend und atmosphärisch ist das folgende The elegy of the city. Allerdings ist hier kein Keyboardeinsatz zu hören, stattdessen wird mehr mit den Gitarren gearbeitet und es gibt auch einige schnelle und treibende Schübe.
Das abschließende Titelstück ist mit knapp elf Minuten Spielzeit das längste Lied des Albums. Es beginnt sehr ruhig mit einer klaren Gitarre, welche irgendwann in kraftvoll, schleppendes Spiel übergeht. Auf diesen atmosphärischen, schleppenden Part folgt dann eine lange Passage, die sehr schnell, hämmernd und gnadenlos ist, bevor das Lied am Ende dann wieder mit der anfänglichen klaren Gitarre ausklingt.

Misanthropic ist ein interessantes Album, da es trotz aller Rohheit vielschichtig ausgefallen ist. Es gibt sehr atmosphärische Elemente aber auch Schnelligkeit und Brutalität. Auch der vielfältig gestaltete Gesang trägt zum facettenreichen und positiven Erscheinungsbild bei. Inzwischen ist bereits das zweite Album Black depression erschienen, man darf wohl gespannt sein.

7/10
Aceust

01. Shadow
02. The black cloud upon the city
03. Ruin all
04. Be disgusted with the city
05. Lost wisdom (Burzum Cover)
06. Pure land
07. The elegy of the city
08. Original sin

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