Ordoxe – Beyond Mankind | 2014 | Hymnes d’Antan | CD | Black Metal

„SLAYER!“ war mein erster Gedanke, als ich die ersten Sekunden des Albums hörte. Rollende Riffs und ein peitschendes Schlagwerk weckten diese Assoziation in mir, nur dass nicht Tom Araya anfing ins Mikrofon zu schreien sondern ein JF Jalbert und es gab auch nicht Thrash Metal zu hören sondern Black Metal. So oder so, mit diesem Einstieg ins Album konnten sich ORDOXE aus Kanada jedenfalls einen bleibenden Eindruck bei mir erspielen. Mit Slayer hat das neue Album „Beyond Mankind“ eigentlich nichts zu tun, doch mit solch einem riffbetonten Anfang hätten auch Araya und seine Mannen vor rund 30 Jahren beginnen können. Ganz so alt sind ORDOXE zwar nicht, aber immerhin wurde die Gruppe bereits 1989 gegründet. Zwischendurch wurde die Band allerdings immer wieder auf Eis gelegt und zuletzt 2012 wiederbelebt.

ORDOXE spielen riffbetonten und leicht melodischen Black Metal. Die Lieder sind flott, der Gesang kehlig und erdig und es sind immer wieder melodische Riffs zu hören, die das eine und andere Mal auch tatsächlich in Richtung Thrash Metal gehen. Als Black/Thrash Metal würde ich „Beyond Mankind“ dennoch nicht bezeichnen wollen, dafür ist der melodische Black Metal viel zu stark und präsent. Außerdem erinnern mich ORDOXE mit dieser eigenwilligen Mischung von kehligem Gesang und melodischem Gitarrenspiel an längst vergessene Gruppen, wie etwa die Finnen von EMISSARY. Auf eine seltsame aber angenehme Art und Weise wirkt „Beyond Mankind“ altbacken. Dabei bemühen ORDOXE aber nicht die Klischeekeule und wollen künstlich einen auf alte Schule machen, sie klingen einfach so, auf natürliche und authentische Weise. Da verwundert es auch nicht, dass das anfängliche, kurzweilige Riffing in dem Lied „From Chaos Are Born The Stars“ leicht in die Richtung der ersten beiden DISSECTION-Alben geht.

„Beyond Mankind“ ist ein seltsames und interessantes Album zugleich. Interessant und seltsam, weil mir das Album wie eine obskure Reise durch die Vergangenheit vorkommt. Ich meine, Gruppen wie SLAYER, EMISSARY und DISSECTION sind nicht gerade Gruppen die man oft in einem Atemzug genannt bekommt. Es gibt aber wesentlich mehr Gruppen von früher, an die ORDOXE hier erinnern. Wer melodischen und riffbetonten Black Metal schätzt, sollte die Kanadier also unbedingt probieren. Ich finde „Beyond Mankind“ nicht schlecht, es gibt sogar richtig gute Momente, aber auf die Dauer ist es vielleicht etwas zu langatmig, das die Melodik einfach nicht abreißt. Es fehlt da ein wenig der Kontrast, etwa in der Form dezidierter Härte oder grantiger Rohheit.

1. Obsessions
2. A Travers Ses Yeux
3. Exiled Archangels
4. Tel Un Arbre
5. Comes Forth The Night
6. From Chaos Are Born The Stars
7. We Are Vermin
8. Orion Nebula
9. Samsara

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