Ordo Templi Orientis – Paganautum (Pagan Autumn) / The Doll | 2009 | SFH Records | Kassette | Black Metal

Diese Kassettenveröffentlichung enthält die zwei Demos Paganatum (Pagan Autumn) und The Doll (Temptful whisper of succubi Lilith). Paganatum erschien 2007 in Eigenregie auf CDR und bei The Doll handelt es sich um keine offizielle Veröffentlichung, die 2008 erschien. Die vier Lieder von Paganatum sind schnell und einfach beschrieben, da es sich bei ihnen um einfachen, rumpligen Black Metal mit dünnem Klang handelt. Streckenweise spielt Ordo Templi Orientis überaus roh und minimalistisch auf, wie gleich das erste Lied verdeutlicht. Das (vermutlich programmierte) Schlagzeug pocht eingängig monoton, während sich zwei oder drei Riffs abwechseln und obskurer Gesang zu hören ist. Puristischer geht es kaum und irgendeine Form von Abwechslung ist ebenfalls nicht vorhanden, wenn man mal von der kurzen, atmosphärischen Pause in der Schlussminute absieht.

Die anderen Titel von Paganatum sind ähnlich puristisch und roh, wobei sich die klangliche Qualität und Lautstärke unterscheidet. Das eingängige Spiel an den Gitarren ist gar nicht mal so übel, da sich Ordo Templi Orientis vereinzelt ein paar nette, disharmonische Riffs hat einfallen lassen. Doch der radikale, nämlich aufs absolut Nötigste reduzierte Rhythmus, macht vieles kaputt. In den drei anderen Liedern gibt es zwar hie und da Tempowechsel, doch überwiegt die klopfende Monotonie am Drumcomputer, als würde man einen Sekundenzeiger im Schnelldurchlauf hören.

Das fünfte Lied, Pleasurespheres of valuable maniacal erotica von The doll, ist sagenhafte 25 Minuten lang und in neun Kapitel unterteilt. Es ist absonderliche Musik, in der elektronische Noiseklänge ebenso zu hören sind, wie groteske Stimmenfetzen, Ambientpassagen und eben auch Black Metal, der zum Teil überaus harsch und giftig ist. Dieser Black Metal gefällt mir hier allerdings viel besser als der von Paganatum. Er ist zwar ebenfalls roh und primitiv, allerdings wurde die Rhythmusmaschine wesentlich besser inszeniert. Zudem gibt sich Ordo Templi Orientis hier viel übler und extremer, was mir gut gefällt. Zusammen mit den bizarren Klangfragmenten ist Pleasurespheres of valuable maniacal erotica ein düsteres und hörenswertes Stück extremer Musik.

Empfehlen kann ich diese Kassette nur wegen Pleasurespheres of valuable maniacal erotica. Die vier Lieder von Paganatum sind zu simpel und belanglos, obwohl sich ein durchaus guter Ansatz erkennen lässt. Aber ohne einen vernünftigen Trommler zieht das leider die gesamte Musik runter. Deshalb bekommt Paganatum nur 4 und The Doll 7 Zähler, was letztlich zu fünfeinhalb Punkten insgesamt führt.

5,5/10
Aceust

01. BlueEyesLand dominions
02. Punished by might
03. Through the ravening winterstorms
04. Three graves in forest thicket
05. Pleasurespheres of valuable maniacal erotica

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