Ordo Blasphemus – Orgasme Ossuaire

Ordo Blasphemus ‎- Orgasme Ossuaire

Ordo Blasphemus ‎- Orgasme OssuaireDas kleine französische DIY-Label Antiq Records hat in hingebungsvoller Handarbeit dem Black-Metal-Kommando ORDO BLASPHEMUS mit dieser Veröffentlichung ein kleines Denkmal gesetzt. „Orgasme Ossuaire“ ist eine Rückschau des Schaffens und wurde auf zwei Kassetten in einer Holzbox veröffentlicht. Es gibt auch noch eine Edition mit einer zusätzlichen CD sowie eine gesonderte mir vorliegende CDR-Version, welche jedoch nur die ersten acht Lieder des Repertoires der Doppelkassette enthält. Ich kann also nur die Hälfte des käuflichen Materials begutachten – was aber vollkommen ausreichend ist.

ORDO BLASPHEMUS waren mir bisher kein Begriff, obgleich die Franzosen seit 2006 existieren und neben einigen Demos und EPs unter anderem auch Splitalben mit den mir bekannten Gruppen LILYUM und UGULISHI veröffentlichten. Dennoch kreuzten sie nie meinen Weg, was wohl einfach der tiefen Verwurzelung im französischen Untergrund geschuldet ist.

Ich muss gestehen, dass mich „Orgasme Ossuaire“ ein wenig überraschte, da ich weitaus raueren und primitiveren Black Metal erwartete. ORDO BLASPHEMUS spielen natürlich rohen, schroffen und ungeschliffenen Black Metal. Doch dies tun sie, gemessen an anderen Demo-Kompilationen, verhältnismäßig vielfältig und pointiert. Es gibt nicht nur harsche, hasserfüllte und kalte Arrangements, es gibt überdies gelungene melodische Varianten und auch das Schlagzeugspiel stimmt mich wohlgesonnen. Bei solch kleinen Gruppen aus dem dunkelsten Dickicht des Untergrunds ist das Schlagzeug eine Schwachstelle, was im Falle „Orgasme Ossuaire“ nicht zutrifft. Mir gefällt die vielfältige Nutzung des Schlaginstruments jedenfalls, da es neben bedingungsloser Härte und primitiver Schnelligkeit eben auch emotionale Akzente setzt. Ich finde dessen Wirkung und Klang im ersten Stück „Thanatéros“ fantastisch. Das unheilvolle Zischen der Becken ist toll und auch das Echo der bombardierten Felle spricht mich an, versetzt es mich doch fast in Ekstase. Es ist für meine Ohren absolut authentisch und vermittelt eine rohe und intolerante Atmosphäre des Bösen.

Wie es sich für eine Zusammenstellung und Rückschau gehört, unterscheiden sich die Qualitäten der einzelnen Lieder. Die Unterschiede sind nicht immens aber vorhanden und hörbar. Das gilt auch für die Stilistik. Es gibt extrem radikal angelegte Lieder, die nur so vor rasender Barbarei und aggressivem Keifgesang überschäumen. Woanders geht es etwas gemächlicher zu und es treten dunkle Harmonien in den Vordergrund. Es ist nicht jedes Lied gleich gut, doch allen mir vorliegenden Liedern ist der authentische Charakter gemeinsam. Man kann ORDO BLASPHEMUS unumwunden als Fanatiker umschreiben, so unnachgiebig und rigoros ist deren hier dargebotener Black Metal. Der ist nicht besonders feinsinnig und oftmals laut und manchmal regelrecht archaisch und primitiv, doch genau dieses Zusammenwirken von subtilen und düsteren Harmonien, kaltem Hass und dezidierter Schlichtheit, die vor allem während der monoton dahin rasenden Parts einen morbiden Sog entwickelt, macht „Orgasme Ossuaire“ zu einem eindringlichen Werk.

Die Standardversion aus Holzbox und zwei Kassetten gibt es für 15€ direkt bei Antiq Records zu erstehen. Ein mehr als angemessener Preis! Die erweiterten Editionen sind gegen einen Aufpreis ebenfalls noch zu haben. Wer hier nicht zuschlägt, der ist bereits verloren.

Ordo Blasphemus – Orgasme Ossuaire
Kassette / CD | Antiq Records
2015 | Black Metal

1. Thanatéros
2. Ombre sacristine
3. Nettoyage éthique
4. Morte effigie
5. Latae sentenciae
6. Eschatological Transcendance
7. Le supplice des Amauriciens
8. Le souffle de la peste
9. Occult
10. Le supplice des Amauriciens (’09 version)
11. Above Your Ashes
12. InvErteD karma reincarNation
13. Emerged from the Night
14. Possessed
15. Chaos et vermines
16. Perpetrate the Wrath

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