Omitir – Old Temple Of Depression | 2007 | Warfront Productions | CD | Black Metal

Das Album Old temple of depression ist die erste Veröffentlichung Omitirs, einem 1-Mann-Projekt aus Portugal. Wie der Name schon nahe legt, handelt es sich hierbei um eine melancholische Spielart des Black Metals. Diese depressive musikalische Intention geht jedoch in eine andere, individuellere Richtung, als bei den meisten anderen Gruppen in diesem breitgefächerten Bereich.

Das erste Lied Fire behind the gates beginnt mit der obligatorischen Einleitung, die aus diversen Geräuschen besteht und abrupt von einem schnellen und harten Part abgelöst wird. Dieser Part ist schnell, antreibend und phasenweise recht brachial gestaltet, was vor allem am energischen Schlagzeugspiel liegt – wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es von Hand gespielt ist oder ob ein Drumcomputer verwendet wurde. Die Schnelligkeit ist in diesem Bereich jedenfalls sehr beachtlich. Diese schnellen Passagen wechseln sich in der ersten Hälfte des Liedes mit kraftvolleren, langsameren Strecken ab. Die zweite Hälfte hingegen ist bis kurz vor dem Ende durchgängig schleppend und ruhig gestaltet. Das Schlagzeug klingt nun sehr natürlich und warm, der Gesang ist relativ laut aber sehr stimmig, schön anzuhören und ausdrucksstark. Diese schleppende Rhythmik wird von ruhigen, schwermütigen Melodien im Hintergrund begleitet.

Komplett im unteren Tempobereich bewegt sich Secret ritual, welches in den ersten Minuten durch ein druckvolles Schlagzeugspiel und flott gespielten, grell klingenden Riffs geprägt ist. Dieses Riffing ist ab und an recht monoton und klingt zuweilen ein wenig schräg. Die beiden letzten Minuten sind dann viel harmonischer: Sanfte, schöne Keyboardklänge liegen im Hintergrund und vereinen sich auf wundersame, beruhigende Weise mit dem Gesang und dem Schlagzeug zu einer elegischen Atmosphäre.
Diese wird von Black cross on the stone jedoch jäh unterbrochen, da das Lied stampfend, laut und schnell seinen Lauf nimmt. Die Schnelligkeit und Brutalität verläuft sich jedoch recht bald und Black cross on the stone wandelt sich zu einem dunklen, zumeist schleppendem Stück in dem tiefe Töne vorherrschen.

Das knapp fünf Minuten lange Illusion ist ein gefühlvolles und schönes Instrumentalstück welches von dem schleppend-kraftvollen Strange reflection of hate abgelöst wird. Der schleppende Rhythmus ist konstant gleichmäßig, die Melodieführung entsprechend ruhig und phasenweise kommt ein Keyboard zum Einsatz, dessen Klang zwar laut ist, was aber atmosphärisch sehr gut zur Musik passt. Es wird ebenfalls sehr ruhig gespielt und entfaltet, durch den Gesang und das kraftvolle Schlagzeug, welches aus dem Hintergrund nach vorne dringt, eine dichte, düstere Atmosphäre.
Aggressiver, denn phasenweise hart und schnell geht es mit Broken thought weiter. Es ist abwechslungsreich ausgefallen, da über die Dauer, von knappen neun Minuten, zahlreiche Rhythmuswechsel vorgenommen wurden und etappenweise wieder das Keyboard zum Einsatz kommt.

Mit Ancient myths folgt dann ein weiteres Instrumental. Doch diesmal ist als Instrument ausschließlich die ruhig gespielte Akustikgitarre zu hören, die ihre dunkele Melodie spielt und nachdenklich stimmt. Im Hintergrund sind dazu Windgeräusche zu hören.
Omitir hat sich das längste Lied, das über zwölf Minuten Spielzeit aufweist, für den Abschluss aufgehoben. Ähnlich wie Broken thought ist es ein abwechslungsreiches Stück, in dem Omitir alle seine musikalischen Facetten verarbeitet. Dazu gehören schleppende, düstere Passagen die zum Teil recht monoton sind. Aber auch langsame Strecken, die sehr harmonisch sind und vom Keyboard begleitet werden, wie auch harte, brutale Schübe voller Hass und Wut.

Old temple of depression ist ein sehr interessantes Album, das sich kontinuierlich steigert. Vor allem die ersten Hälften von Fire behind the gates und Secret ritual tragen dazu bei, dass der Auftakt schwächelt. Doch dann, beginnend mit der zweiten Hälfte von Secret ritual, legt sich Omitir mächtig ins Zeug und hat dann noch ein sehr eigenständiges und ansprechendes Werk kreiert. Mir gefällt vor allem der Gesang, der für eine „Depressive Black Metal“ Veröffentlichung sehr ungewöhnlich ist, da sein Klang warm, kehlig und so gar nichts Gequältes und Kreischendes hat. Desweiteren sind die ruhigen, harmonischen Lieder und Parts, sowie die Keyboard-Einlagen sehr schön anzuhören und überzeugend.

Für die allererste Veröffentlichung also allemal eine beachtliche und respektable Leistung.

01. Fire behind the gates
02. Secret ritual
03. Black cross on the stone
04. Illusion
05. Strange reflection of hate
06. Broken thought
07. Ancient myths
08. Walking around of my unconsciousness

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