Odem – Rape Your God And Pray For Reprieve | 2010 | Eigenproduktion | CD | Black / Death Metal

Aus Russland kommt dieses Trio, welches mit Rape Your God And Pray For Reprieve debütiert. Die Demophase hat man übersprungen und die Eigenproduktion kommt anspruchsvoll gestaltet und mit vielseitigem Booklet, nicht schlecht. Odem gibt sich selbstbewusst und angesichts des Resultats kann man das auch sein. Rape Your God And Pray For Reprieve ist ein purer Brocken aus Gewalt, Hass und bedingungsloser Härte. Der Klang ist sehr reich an tiefen Tönen und Bässen, das Tempo enorm und der Gesang extrem tief, dass er eher einem Gurgeln als irgendwie geartetem Gesang gleicht. Die Musik die Odem hier verewigt hat, fegt einfach alles weg was sich ihr in den Weg stellt. Dazu passt natürlich auch das von Antaeus nachgespielte Blood War III. Nämlich genau an solchen Gruppen wie Antaeus, Funeral Mist oder auch Blasphemy hat man sich bei Odem orientiert.

Härte ist nicht gleich Härte. Auf Rape Your God And Pray For Reprieve gibt es mindestens zwei Formen von Heftigkeit und Brutalität. Stellenweise spielt Odem sehr technisch, trocken und hochgradig berechnend, was sich dann nach sehr technischem, brutalen Death Metal anhört. An anderen Stellen lässt man dann aber mehr die flüssigeren Riffs und Verläufe zu. Darüber hinaus sind vereinzelt auch kurze, melodische Auflockerungen zu hören. Stellenweise läuft Odem allerdings Gefahr, sich zu sehr in technisch komplexem Gefrickel zu verlieren. Das nur zwei Minuten lange What Are My Veins Exhaling scheint eine Demonstration der spielerischen und technischen Fähigkeiten zu sein. Spielen können die drei definitiv, wie man im direkt nachfolgenden VII bestaunen kann. In VII werden wahnsinnig schnelle Riffs nacheinander abgefeuert, derbe Breaks und kurze melodische Andeutungen eingestreut und miteinander vermengt. Wahnsinn! Was Odem da geschrieben und an den Instrumenten umgesetzt hat, ist sehr beachtlich und erstaunlich, zumal es die erste Veröffentlichung überhaupt ist.

Rape Your God And Pray For Reprieve ist ein absoluter Volltreffer, klanglich und spielerisch ist es hochgradig mörderisch und zutiefst böse. Da bedarf es Blood War III von Antaeus gar nicht, Odem kann selbst in jeder Hinsicht überzeugen. In Zukunft darf man allerdings nicht noch technischer werden, das könnte dann schnell alles zunichte machen.

8/10
Aceust

01. Crucifixion – His blessing
02. Hails as the weapon of hatred
03. Completing myself
04. Tortured by razors
05. Immersion
06. What are my veins exhaling
07. VII
08. Blood war III (Antaeus Cover)

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