Odal – Zornes Heimat | 2008 | Christhunt Productions / Raging Bloodlust Records | CD / Vinyl | Black Metal

Odal meldet sich drei Jahre nach …wilde Kraft eindrucksvoll mit dem dritten Album Zornes Heimat zurück. Es ist ein kraftvolles und energiegeladenes Werk geworden auf dem Odal die bekannte grimmige Rohheit mit abwechslungsreichem und auch betont melodischem Spiel so eindringlich kombiniert wie noch nie. Aber facettenreichere und komplexere Strukturen sind nicht die einzigen Entwicklungen. Mindestens ebenso auffallend ist der klare, differenzierte und warme Klang. Auf …wile Kraft war es vor allem der stets rohe Klang mit seiner grimmigen Ausstrahlung, welcher mir gefiel und mich an die kühlen und boshaften Anfangstage Odals erinnerte. Davon nun keine Spur mehr.

All diese Veränderungen und Entwicklungen werden bereits im Auftaktstück Brennender Himmel mehr als deutlich. Es ist ein sehr kraftvolles, acht Minuten langes Lied, mit tollen Gitarrenharmonien, die entweder sehr vordergründig sind oder unauffällig im Hintergrund stehen. Ebenso sind sehr schnelle und antreibende Parts mit einem vielseitigen Schlagzeug zu hören, wie auch langsame und mittelschnelle Parts mit kräftigen Riffs oder melodischen Arrangements. Es ist ein sehr imposantes, intensives und dynamisches Lied, welches sicherlich nicht nur für mich überraschend sein dürfte.
Diese Linie wird fortwährend beibehalten, Odal zeigt sich vielschichtig. Tosende Flut ist vorwiegend schleppend und mit ausladenden Bass- und Gitarrenharmonien. Im folgenden Feuers Kraft ist dann eine geradlinige Grundschnelligkeit zu hören, die trotz lang anhaltender Gleichmäßigkeit kaum eingängig wirkt, da das harmonische Spektrum der Saiteninstrumente einen melodischen Spannungsbogen einbringt, der sich in der letzten Minute in einen langsamen und sehr melodischen Schlusspart auflöst.

Auch das restliche Liedgut fällt durch kraftvolle und dynamische Strukturen auf, die vor allem durch eine hohe Grundschnelligkeit und sehr lebhafte und abwechslungsreich gespielte Gitarren geprägt sind. Diese Gitarrenlinien sind auf dem gesamten Album sehr präsent und in steter Bewegung, was im Zusammenhang mit den Wechseln und verschiedenen Tempi einen recht komplexen und tiefen Eindruck hinterlässt. Man könnte auch von einer enorm dichten Atmosphäre sprechen, die Odal vom ersten bis zum letzten Lied durchgängig aufrecht erhält.

Zornes Heimat ist somit das spielerisch anspruchsvollste Werk Odals. Damit geht allerdings auch der Verlust der schroffen Grimmigkeit einher, die für das alte Material sehr prägend war. Dennoch ist und bleibt der dritte Streich ganz klar ein eindrucks- und kraftvolles Werk, welches sicherlich noch für einige Furore sorgen wird.

8/10
Aceust

01. Brennender Himmel
02. Tosende Flut
03. Feuers Kraft
04. Tausend Wüsten
05. In Wolken zerwühlt
06. Grau mit finstrer Gestalt
07. In kalten zornes Heimat

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