Oath – Mustan Liekin Veljeskunta

Oath - Mustan Liekin Veljeskunta

Oath - Mustan Liekin VeljeskuntaVor einem halben Jahr wurde es angekündigt und nun ist es da, das neue Album aus dem finnischen Hause OATH. Erst im Februar begutachtete ich das Splitalbum von OATH und AZAGHAL, wo das aus Grim666 und V.Khaoz bestehende Duo einen zwiegespaltenen Eindruck hinterließ. Ganz ähnlich erging es mir 2013 mit der Debüt-EP „Light Of The Black Dawn“. Auf beiden Veröffentlichungen machten OATH keine schlechte Figur, mir war lediglich das atmosphärische Moment bisweilen zu groß. Nun liegt mir mit „Mustan Liekin Veljeskunta“ das zweite Album vor.

OATH bleiben sich treu und kultivieren weiterhin ihre 2013 erstmals entfesselte Interpretation des finnischen Black Metals. Kalte melodische Riffs, überwiegend unauffällig und zurückhaltend, werden mit harmonischen Keyboards und einem oftmals hohen Tempo verschmolzen. Die daraus resultierende Grundatmosphäre ist ob der Harmonik und Melodik überwiegend grimmig und kalt. Dies liegt zu einem nicht unerheblichen Anteil am herrlich harschen Kreischgesang von Grim666, dessen finnische Invokationen mich vor allem während der rasenden Parts des ersten Liedes „Aamutähden Poika“ hin und wieder an den finnischen Black Metal rund um die Jahrtausendwende erinnern, als unter anderem so großartige Alben wie „Haudankylmyyden Mailla“ von HORNA erschienen.

Doch OATH wären nicht OATH, wenn es nicht auch harmonisch und atmosphärisch gelagerten Black Metal zu hören gäbe. Solche harmonischen Darbietungen manifestieren sich vor allem im Spiel des Keyboards. Die synthetischen Tastenklänge gibt es sowohl in schleppenden Stücken („Lankeemuksen Tuhannet Kasvot“), was melancholisch wirkt und an KALMANKANTAJA erinnert, aber auch in kalten und schnelleren Arrangements („Khaos“). Die Keyboards sind weitgehend zurückhaltend, die Melodik greift nicht überbordend ins Geschehen ein, dennoch sind sie sehr präsent und ein markantes Element. Um einen Vergleich zu haben habe ich mir natürlich die älteren Sachen angehört. Seinerzeit empfand ich OATH auf der Split mit AZAGHAL zu harmonisch, was ich jetzt jedoch anders wahrnehme. Mir gefallen die beiden Lieder der Split inzwischen wesentlich besser. Das liegt aller Wahrscheinlichkeit daran, dass „Mustan Liekin Veljeskunta“ einen klareren und glatteren Klang hat und die Keyboard-Melodien dadurch eindeutiger zur Geltung kommen.

OATH gefallen mir am besten, wenn sie das Gaspedal voll durchtreten und dann kalt, grimmig und zutiefst nordisch klingen und wirken. Solche Momente gibt es zuhauf, aber nicht nur. Es gibt auch zahlreiche langsame, mittelschnelle und harmonische Parts. Manch einer gefällt mir sehr gut, so gibt es im schleppenden „Amen Apollymi“ richtige gute, packende Riffs. Aber mir gefällt es nicht immer, etwas weniger Keyboard – obgleich es wirklich leise abgemischt wurde und oft im Hintergrund steht – würde meinen persönlichen Geschmack mehr treffen. Trotzdem ist „Mustan Liekin Veljeskunta“ ein gelungenes Album, da es OATH einfach schaffen das Gefühl des skandinavischen Black Metals der 90iger wiederaufleben zu lassen.

Oath – Mustan Liekin Veljeskunta
CD / Digital | Immortal Frost Productions
2016 | Black Metal

1. Aamutähden Poika
2. Lankeemuksen Tuhannet Kasvot
3. Khaos
4. Amen Apollymi
5. Pedon Profetia

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