Narvik – Ascension To Apotheosis

NRVK - Ascension To Apotheosis

Narvik - Ascension To Apotheosis„Ascension To Apotheosis“ ist das zweite Album der 2006 in Freiburg gegründeten Black-Metal-Band NARVIK. Das Trio spielt Black Metal, soviel steht fest. Über alles andere lässt sich vortrefflich streiten.

Bereits mit den ersten fünf Minuten – drei Minuten werden für „Invokation II“ und weitere zwei Minuten für den Anfang des fünfeinhalb Minuten langen Liedes „Wounds Of Aspiration“ veranschlagt – machen mich NARVIK stutzig und auch etwas ratlos. Bei „Invokation II“ handelt es sich um das obligatorische Intro, welches in diesem Fall aus düsteren Ambientklängen besteht. Ich finde das zwar etwas langweilig, was ich aber immer tue da ich die meisten Einleitungen schlicht überflüssig finde, doch das geht dennoch in Ordnung. Jedoch wird das direkt folgende „Wounds Of Aspiration“ ebenfalls eingeleitet, nicht von Ambient, aber von einem ruhigen und melodischen Gitarrenpart. Ich fühle mich davon irritiert, ich empfinde diese zwei aneinander gereihten Intros als Dopplung, es beißt sich einfach und verkompliziert den Hörfluss.

Dummerweise wird es für meine Ohren nicht besser. NARVIK spielen auf „Ascension To Apotheosis“ eine Form des Black Metals, mit der ich rein gar nichts anzufangen weiß. Dies liegt zuvorderst am Gesang von Redeemer. Ich empfinde seine stimmlichen Darbietungen als neutral und ausdrucksarm, oft habe ich das Gefühl einer lakonischen Erzählerstimme zuhören zu müssen. Es gibt stimmliche Variationen, aber diese ändern letztlich nichts am missliebigen Gesamteindruck des Gesanges. Wenn Redeemer deutsch singt, erinnert er mich gar ein wenig an Felix Strass, was irgendwie seltsam ist. Obgleich ich das gesangliche Thema als größten Malus erachte, zündet aber auch der musikalische Unterbau nicht. Über weite Strecken empfinde ich den überwiegend in mittelschnellen und langsamen Tempi vorgetragenen Black Metal als harmlos und kraftlos. Es hat den Anschein, als befänden sich NARVIK permanent auf Tauch- und Schleichfahrt. Einziger Lichtblick ist das Gitarrenspiel. Es treten immer wieder gute Riffs und Melodien in Erscheinung, die eine dunkle Stimmung verbreiten und ein interessantes Spannungsfeld zwischen Harmonik und Disharmonik ausbreiten. Aber gutes Gitarrenspiel reicht leider nicht aus, um ein rundum ansprechendes Album anzubieten.

Mir persönlich fehlen Härte, Hässlichkeit und Intensität. „Ascension To Apotheosis“ ist Black Metal, ja, aber es ist eine relativ moderne Variante, die irgendwie versucht, sich ein okkultes, astrales und chaotisches Antlitz zu geben. Das alles mochte ich schon bei vielen anderen Bands nicht, und auch NARVIK bekommen es nicht hin, mich von dieser Spielart des Black Metals zu überzeugen.

Narvik – Ascension To Apotheosis
CD | Folter Records
27.05.2016 | Black Metal

1. Invokation II
2. Wounds Of Aspiration
3. Geist zu Scherben
4. Psychotic Redeemer
5. Fecundity Of Death
6. Berstende Säulen
7. The Shore
8. Barren Semen

https://www.facebook.com/Narvik-158862487528901/ | http://www.nrvk.bigcartel.com/
http://www.folter666.de/

Schreibe einen Kommentar