Nocternity – En Oria / Crucify Him | 2004 | Solistitium Records | CD | Black Metal

Solistitium Records haben das gesamte ältere Material der Griechen Nocternity auf diese CD-Veröffentlichung gepackt. En oria wurde 1999 aufgenommen und seiner Zeit über Fog of the Apocalypse als Vinyl-Gatefold publiziert, das auf 500 handnummerierte Einheiten limitiert ist. Gemeinsam mit der MCD Crucify him sowie zwei Bonustiteln aus Probeaufnahmen ist eine CD entstanden, die es voll und ganz in sich hat.

Die acht Titel von En oria stellen eine gelungene Mischung dar, die sowohl aggressiv und schnell ist als auch zugleich immer von einer hymnenhaften Atmosphäre getragen wird. Besonders herausstechen tut diese Umsetzung bei Queen of the deep, bei dem die Griechen einfach aber deutlich zeigen, dass sie weder zu sehr ins Brachiale verfallen oder zu sehr auf die Ausstrahlung der atmosphärischen Klänge setzen. Bei En oria ist diese musikalische Feinfühligkeit aber ausgeprägter als bei Crucify him, welches insgesamt dezenter im Umgang und Miteinander dieser beiden Elemente auskommt und deshalb weniger majestätisch wirkt. Trotz dieser feinen Unterschiede zwischen En oria und Crucify him sind beide Werke voller hörenswerter Momente, die trotz all der andächtigen Melodien und Hymnen niemals zu verspielt und zu sehr auf Harmonie bedacht sind. Vor kurzem hatte ich von Crucify him die Tape-Version besprochen, diese ist deshalb an dieser Stelle zu lesen da sich das Material nicht unterscheidet, außer das auf der Kassette sich noch zwei weitere Bonustücke befinden.

Nocternity verstehen es perfekt, ihre Musik so zu beschaffen das sie vollgepackt ist mit berührender Stimmung. Sie haben eine sehr gute Mischung aus treibender und eingängiger Geschwindigkeit sowie mystischer Atmosphären und Melodien. Trotz des rauen Auftretens sind viele atmosphärische Elemente hintergründig eingewoben, die gemeinsam mit Schlagzeug und Saiteninstrumenten beinahe eine kriegerische Intention suggerieren. Normaler weise erwartet man bei eher rohem Black Metal völligen Verzicht auf solche atmosphärischen Maßnahmen, doch kann man nur froh sein dass Nocternity zeigen das man durchaus als ernsthafte und gewissenhafte Band in diesem Bereich solche musikalischen Mittel einsetzen kann, wenn man die Fähigkeiten dazu hat. Obwohl es nicht zu vergleichen ist, fallen mir hierzu die ersten beiden Alben von Satyricon ein, die eine ähnliche ausgezeichnete Strukturierung aufweisen und dadurch eine unheimlich intensive Stimmung erzeugen.

Wie auch schon die Gstaltung der Kassette sehr schön war, steht dem auch die CD in nichts nach. Das gesamte Artwork der Veröffentlichung liebevoll gestaltet und schön anzusehen.

01. Night omen
02. To the shrine
03. The drowning
04. Queen of the deep
05. En oria
06. Enter the rif of chaos
07. Final redemption
08. Aura
09. Stella tenebrarum
10. Crucify him
11. Lunar innuendo
12. Perdo corporem
13. The gates
14. Black holy war

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