Nocternity – Crucify Him | 2004 | Tour De Garde | Kassette | Black Metal

Dass Griechenland ein feines und vielfältiges Pflaster für Black Metal ist unlängst bekannt. Neben den beiden großen Bands hat sich im Untergrund seit über zehn Jahren stets eine sehr gute Kultur behauptet und entwickelt. Es ist kaum verständlich weshalb hierzulande griechische Bands so wenig beachtet werden. Neben den vielen NSBM Bands die es in Griechenland gibt, haben sich auch viele Bands etabliert die sich okkulter, mystischer und satanischer Thematiken annehmen und vom musikalischen Aspekt auf alle Fälle Respekt und Beachtung verdienen. Nocternity ist eine dieser Bands, die es nicht erst seit gestern gibt, hervorragende Musik machen aber dennoch ignoriert werden.

Crucify him ist nicht ganz neu. Die MCD erschien bereits mit vier Titeln vor einiger Zeit. Über das kanadische Label Tour de Garde ist nun kürzlich eine handnummerierte und auf 500 Kopien limitierte Kassetten-Version mit vier zusätzlichen Titeln erschienen. Diese Zusatztitel sind allesamt älteres und bisher unveröffentlichtes Material der Band, welches mit der alten Besetzung in den Jahren 1997 / 1998 aufgenommen wurde. Es ist großartiges Material. Seit langem hat mich nichts mehr auf Anhieb so gefesselt wie diese alten Titel. Aber auch die gewöhnlichen Stücke von Crucify him sind gleichermaßen fulminant und erstklassig. Nocternity verstehen es perfekt, ihre Musik so zu beschaffen das sie vollgepackt ist mit berührender Stimmung. Sie haben eine sehr gute Mischung aus treibender und eingängiger Geschwindigkeit sowie mystischer Atmosphären und Melodien. Trotz des rauen Auftretens sind viele atmosphärische Elemente hintergründig eingewoben, die gemeinsam mit Schlagzeug und Saiteninstrumenten beinahe eine kriegerische Intention suggerieren. Normaler weise erwartet man bei eher rohem Black Metal völligen Verzicht auf solche atmosphärischen Maßnahmen, doch kann man nur froh sein dass Nocternity zeigen das man durchaus als ernsthafte und gewissenhafte Band in diesem Bereich solche musikalischen Mittel einsetzen kann, wenn man die Fähigkeiten dazu hat. Obwohl es nicht zu vergleichen ist, fallen mir hierzu die ersten beiden Alben von Satyricon ein, die eine ähnliche ausgezeichnete Strukturierung aufweisen und dadurch eine unheimlich intensive Stimmung erzeugen.

01. Stella tenebrarum
02. Crucify him
03. Lunar innuendo
04. Perdo corporem
05. The gates
06. Black holy war
07. Worship the end
08. King of a forgotten land

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