Nergal – Σαεταν Έξι – Έξι – Έξι | 2011 | Die Todesrune Records | CD | Black Metal

Seit dem Ende der zwölfjährigen Zwangspause sind Nergal wieder recht aktiv und nach dem großartigen Album Absinthos gab es 2009 eine ebenfalls superbe Split CD ehe jüngst Nergals drittes Album das Licht der Welt erblickte. Ich bin seit dem 1995er Album The Wizard Of Nerath ein Anhänger Nergals, da sie für mich ein toller Vertreter des hellenischen Black Metals sind. Entsprechend groß war im Vorfeld meine Freude auf das aktuelle Werk ΣΑΕΤΑΝ ΕΞΙ – ΕΞΙ – ΕΞΙ. Aus dem einstigen Duo ist nun ein Quartett geworden, welches nun erstmalig in dieser Zusammensetzung zu hören ist.

Gelungen ist dies ehrlich gesagt nicht. Schon gleich mit dem ersten Lied machen sich Ernüchterung und Enttäuschung gleichermaßen breit. Ταγμα της Αβυσσου ist vom Prinzip her eine schnelle und kalte Nummer, deren Raserei und überschaubares Riffing bestenfalls als Solide zu bezeichnen sind. Es ist zwar spürbar, dass Nergal versucht dem Lied eine gewisse, für Nergal bisher typische, Atmosphäre einzuhauchen, was man an einzelnen Riffs oder dem stark verzerrten und elektronisch wirkenden Kreischgesang merkt, was aber einfach nicht gelingt. Dass der Funke nicht rüberspringt, liegt auch an der Produktion begründet, die dünn, glatt und steril ist. Nun war Nergal noch nie bekannt für einen bombastischen und fetten Klang, doch das was man 2011 zu hören bekommt, ist nicht schön. Schlagwerk und Gitarren ertönen stark künstlich, teilweise wirkt das Spiel an den Instrumenten auch sehr mechanisch, abgehakt und mathematisch. Mit der hellenischen Eleganz früherer Veröffentlichungen hat das hier leider nichts mehr zu tun. Irgendwie drängt sich mir der Eindruck auf, als hätten Nergal versucht, den griechischen Geist früherer Tage mit modernem, harschem Klang zu kombinieren. Rifftechnisch gelingt dies zum Teil, wie etwa das ruhige und melodiebetonte Figura Baffometi zeigt. Melodisch ist das Lied sogar ganz gut, aber die lauten Sprachsamples die eingespielt werden, machen jegliche Stimmung zunichte. Vor allem in den schnellen und geradlinigen Stücken und Passagen schaffen es Nergal partout nicht, an die Größe und Würde früherer Veröffentlichungen anzuknüpfen. Wenn man Nergal bisher nicht kannte und nur ΣΑΕΤΑΝ ΕΞΙ – ΕΞΙ – ΕΞΙ hört, mag man das Ganze womöglich anders einschätzen. Doch auf mich wirkt das Album uninspiriert und schlicht langweilig. Punktuell kommt man Absinthos zwar nahe, doch kann das dritte Album seinen Vorgänger niemals wirklich das Wasser reichen, schade. ΣΑΕΤΑΝ ΕΞΙ – ΕΞΙ – ΕΞΙ ist enttäuschend und deshalb auch nur gewöhnlich und Durchschnitt. Vom einstigen Kultstatus können Nergal hier jedenfalls nicht zehren.

5/10
Aceust

01. Ταγμα της Αβυσσου
02. Συκαιωνας – Αρατος
03. Figura baffometi
04. Χαιρε Χαος
05. Εξι – Εξι – Εξι
06. Made in hell-as
07. Α – Ω
08. 600-60-6

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