Nekrarchon – Gehinnam

Nekrarchon - Gehinnam

Nekrarchon - GehinnamEs kommt nicht besonders oft vor, dass ich eine Promo einer Band zugeschickt bekomme, die bei den Metal-Archives unbekannt ist. So verhält es sich mit den 2014 in Athen gegründeten NEKRARCHON. Am 27. Mai werden sie mit „Gehinnam“ ihr Debütalbum via FDA Rekotz veröffentlichen, was ein wenig ungewöhnlich ist, weil NEKRARCHON von dem abweichen, was die Plattenschmiede sonst so verlegt. NEKRARCHON spielen ein düsteres und drückendes Gemisch aus Black und Death Metal. Bei FDA Rekotz schien man davon so beeindruckt gewesen zu sein, dass man flugs beschloss, die 100. Labelveröffentlichung mit eben diesen unbekannten Griechen zu begehen.

„Gehinnam“ ist ein Konzeptalbum auf dem NEKRARCHON die Themen Introvertiertheit, Skeptizismus, Nihilismus und Transzendentalismus spirituell behandeln. Dieser spirituelle Unterton wird musikalisch vor allem durch die Ein- und Ausleitung sowie wenigen, kurzen Überleitungen zwischen den Liedern verdeutlicht. Ansonsten dominieren ein tiefer Gesang, Gitarren und Schlagzeug das dunkle und drückende Treiben.

NEKRARCHON agieren dabei nicht offen brutal oder aggressiv sondern bauen ihre bedrohliche Klangkulisse subtil durch die Blume auf. Rhythmisch streiten die Griechen gemächlich, schleppend bis mittelschnell voran, während die Saitenfraktion mit offenen als auch unauffälligen Riffs und Melodien für unterschiedliche Stimmungen sorgt. In dem Lied „Merge“ erinnern mich NEKRARCHON mit einer leicht melancholisch-melodischen Nummer an das Debütalbum ihrer Landsmänner von OBSECRATION. Zugegeben, die Ähnlichkeiten sind extrem gering, doch damit möchte ich die Vielfältigkeit und Eigenständigkeit von NEKRARCHON verdeutlichen. Es ist ja schwer angesagt, sich okkult, religiös, spirituell und geheimnisvoll zu inszenieren, doch mit diesem hippen Habitus hat „Gehinnam“ musikalisch wenig gemein. NEKRARCHON verzichten weitgehend auf sakrale Arrangements wie Chorgesänge oder düstere Synthesizerteppiche, was sie von der breiten Masse an okkulten und rituellen Veröffentlichungen unterscheidet.

Nekrarchon (Band)Besonders gut gefällt mir die Scheibe, wenn das Tempo angezogen wird und die Griechen Fahrt aufnehmen. Solche Momente sind (leider) überaus rar, dafür aber enorm eindringlich und sehr gut. Dann werden NEKRARCHON richtig giftig, fies und bedrohlich, aber auch ansonsten ist „Gehinnam“ eine durch und durch dunkle und bedrückende Scheibe, die sich hören lassen kann. NEKRARCHON haben ein gelungenes und finsteres Debüt abgeliefert, auf das man sich freuen kann wenn man düsteren und spirituell aufgeladenen Black Death Metal fernab ausgetretener Pfade mag.

Nekrarchon – Gehinnam
Vinyl / CD / Digital | FDA Rekotz
27.05.2016 | Black Death Metal

1. Cathode
2. Repentance
3. Merge
4. Consecration
5. Orison
6. Baptism
7. Chrism
8. Eucharist
9. Anode
10. Unction

http://nekrarchon.com/ | https://www.facebook.com/nekrarchon
http://www.fda-rekotz.com/ | https://www.facebook.com/FDAREKOTZ | https://fda-rekotz.bandcamp.com/

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