Nebunam – Nebunam | 2008 | Karge Welten Kunstverlag | CD | Black Metal

Was ich von dieser selbstbetitelten, 25 Minuten langen CD halten soll, weiß ich nicht so recht. Nebunam macht es dem Hörer jedenfalls nicht gerade leicht, wenn man es gerne überschaubar und geradlinig hat. Im ersten Stück A winter’s tale gibt es jedenfalls einiges unter den Hut zu bringen. Das Lied beginnt recht episch. Es ist ein eingängiger, mittelschneller Rhythmus zu hören, der von tragenden Keyboardklängen im Hintergrund, heiser krächzendem Kreischgesang, und einer kompakt stehenden Gitarrenwand begleitet wird. In dieser anfänglichen Phase ist alles noch überschaubar, harmonisch und stimmig. Nach fünf Minuten kommt dann Bewegung ins Spiel. Das Schlagzeug spielt nun schneller, vielfältiger und die Gitarren feuern ein paar richtig gute, thrashig wirkende, Riffs ab. Schade nur, dass dieser wunderbare und kraftvolle Part nicht lange währt und Nebunam schon recht bald in eine ruhige, atmosphärische Phase mit sprechender Stimmeinlage, übergeht. Fortan sind in A winter’s tale immer wieder solche Stilwechsel zu hören, die von epischen und harmonischen Inszenierungen, als eine Art roter Leitfaden, bestimmt werden. Die einzelnen Elemente sind alle gar nicht mal schlecht, können überzeugen und erzeugen Atmosphäre. Doch im Zusammenhang mit den Wechseln, den atmosphärischen Zwischenpassagen, die zuweilen etwas psychedelisch ausgefallen sind, wirkt das Ganze etwas zu Dick aufgetragen.

Nach dieser komplexen Vielschichtigkeit und Abwechslung verfällt Nebunam in Sturm dann erst einmal ins andere Extrem. In den ersten Minuten des Liedes ist pure, eingängige Schnelligkeit zu hören. Das Schlagzeug stampft gnadenlos, geradezu maschinenhaft, seinen Rhythmus, während im Hintergrund sehr dezente und ruhige atmosphärische Keyboardklänge zu hören sind. Zwischendurch gibt es auch ruhigere Parts zu hören, doch diese rigorose, stampfende Geschwindigkeit bestimmt das Lied. Mir gefallen diese eingängig schnellen Parts sehr gut, da der Kreischgesang, der in Sturm nicht heiser und krächzend ist, hervorragend mit den Gitarren und den atmosphärischen Keyboardklängen harmoniert. Dabei entsteht eine etwas dubiose Atmosphäre, die trotz der Schnelligkeit nicht aggressiv, aber eben auch nicht besonders harmonisch ist. Vielmehr ist es Kälte, die Nebunam in Sturm ganz massiv versprüht.

Nebunam ist und bleibt ein etwas merkwürdiges Werk. A winter’s tale kann mich als Ganzes nicht wirklich überzeugen, obgleich einzelne Elemente gut sind. Sturm hingegen ist ein absolut erstklassiges Stück, welches von Anfang bis Ende packend und vereinnahmend ist. Für die Zukunft hoffe und erwarte ich, dass Nebunam die Linie von Sturm fortführen wird. Letztlich reicht es dann aber wegen A winter’s tale nur zu sechseinhalb Zählern.

6,5/10
Aceust

01. A winter’s tale
02. Sturm

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