Nazxul – Totem | 2011 | Eisenwald | CD | Black Metal

Mit der Neuauflage zum 15jährigen Jubiläum von Totem ist es Eisenwald gelungen, einen mittlerweile schon angestaubten Klassiker aus der Versenkung zu holen. Mit Totem und der MCD Black Seed sorgte Nazxul damals für eine Menge Wirbel, völlig zu Recht, wie man auch heute noch behaupten und hören kann. Wer von Nazxul nur das neue Album Iconoclast kennt, wird sich vielleicht etwas wundern. Totem ist rauer und ungehobelter als Iconoclast, es ist wüster und morbider. Ehrlich gesagt wurde ich mit Iconoclast nie so richtig warm und freue mich deshalb, aus aktuellem Anlass Totem mit Lobeshymnen überhäufen zu können.

Wenn ich mir Totem heute so anhöre, dann kann man durchaus behaupten dass Nazxul damals der Zeit voraus war. Nazxul versteht es exzellent, schnell und brutal gespielten Black Metal mit krank verzerrtem Gesang und atmosphärischen Keyboardpasagen zu verbinden. Wenn man sich Lieder wie Hatred oder Endless Reign of Power anhört, bekommt man einfach nur düsteres, grummeliges Gekloppe mit morbidem Gesang um die Ohren gehauen. Das war 1995 schon böse und ist es auch heute noch. Aber Nazxul wäre nicht Nazxul, wenn man es nicht verstehen würde, wunderbare Melodien in dieser schwarzen Musik zu verstecken. Jedenfalls habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, damals nichts auch nur annähernd so brutales und zugleich auch majestätisch erhabenes gehört, wie bei Nazxul.

Totem ist Geschichte im Black Metal und daher ein absoluter Pflichtkauf. Wer aber nur Iconoclast kennt, muss sich auf eine rohere, härtere und keyboardärmere Variante von Nazxul einstellen.

9/10
Aceust

01. Totem
02. Watching and withering
03. I awaken (Amongst them)
04. Unearthed
05. Vermis mysteriis
06. Hatred
07. Endless reign of power
08. Distance begins
09. Amidst the flames
10. End

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