Narbeleth – Through Blackness And Remote Places

Narbeleth - Through Blackness, And Remote Places

Narbeleth - Through Blackness, And Remote PlacesObgleich NARBELETH mit „Through Blackness And Remote Places“ in Kürze das dritte Album veröffentlicht und der Kubaner im vergangenen Jahr auf dem Under The Black Sun auftrat, dürfte die Einmannband hierzulande noch weitgehend einen Exotenstatus haben. Dabei ist das Dargebotene alles andere als ausgefallen. Ganz im Gegenteil: Multiinstrumentalist Dakkar glorifiziert und kultiviert den guten alten Black Metal der 90iger.

Die sieben Eigenkompositionen stellen direkten und kompromisslosen Black Metal dar, der schon nach wenigen Takten Assoziationen an die Größen vergangener Tage weckt. Es lassen sich viele verschiedene Einflüsse heraus hören, daher wäre es müßig ein paar bestimmte Bands zu nennen (wenn man aber nachschaut welche Bands er auf seinen Alben coverte, kann man eine Idee davon bekommen). In jedem Fall eifert NARBELETH dem norwegischen als auch US-amerikanischen Black Metal nach.

Dies gelingt dem Kubaner erstaunlich gut. Für Liveauftritte holt sich Dakkar gezwungenermaßen Verstärkung, doch im Studio spielt er alle Instrumente selbst ein. Dies hört man dem Album in keinster Weise an. Spielerisch, atmosphärisch und klanglich macht „Through Blackness And Remote Places“ einen überaus runden und überzeugenden Eindruck, der sich in jedem Fall mit ‚echten‘ Bands messen lässt.

Auch wenn der Stiloberbegriff von NARBELETHS Inszenierungen unzweifelhaft dem rauen und kompromisslosen Black Metal zuzuordnen ist, zeugen die Lieder im Detail dennoch von Spielfreude, Können und bedachter Vielfältigkeit. Dakkar überzeugt an den Gitarren als auch am Schlagzeug gleichermaßen. Er gibt gute, dezent melodische Riffs zum Besten, die Kälte, Grimmigkeit und Erbarmungslosigkeit zugleich ausstrahlen. Rhythmisch gibt er sich variabel und legt sich nicht fest, wobei das Tempo gerne hoch ist. Sowohl die schnellen als auch gemächlicheren Parts sind ansprechend und stimmig. Am besten gefällt mir offen gestanden sein Gesang. Seine energische und leicht krächzende Stimme erinnert mich stark an Gruppen der 90iger, deren Namen ich mittlerweile schon vergessen habe. Sie weckt in mir nostalgische Gefühle und Erinnerungen und fordert mich auf, im Plattenschrank nach lange nicht mehr gehörten Alben zu suchen.

NARBELETH verkörpert den Geist der damaligen Zeit perfekt und absolut authentisch. Überdies ist es dem Kubaner gelungen, trotz der atmosphärischen und spielerischen Ähnlichkeiten zu diversen Bands eine gewisse Eigenständig zu bewahren. Sein Black Metal ist weder neu noch komplex, dafür aber umso aufrichtiger und überzeugender. Als letztes Lied gibt es „Gaze Upon The Heaven In Flames“ von JUDAS ISCARIOT, welches sich strikt ans Original hält. Dieses Cover sagt übrigens viel über NARBELETH und „Through Blackness And Remote Places“ aus. Denn ganz ähnlich wie Großmeister Akhenaten seinerzeit rohe Grimmigkeit, Kälte, Melodik und Atmosphäre miteinander verband, bringt auch Dakkar diese Zutaten auf einen Nenner – natürlich nicht so großartig wie einst der Amerikaner. Kurz: Gutes Album, bitte mehr davon!

Narbeleth – Through Blackness And Remote Places
2015 | Folter Records
CD | Black Metal

1. Sons Of The Grand Cosmic Emanation
2. Mesmerized By The Pale Ghost Moonlight
3. An Unholy Gathering
4. Delivering The Very Soul
5. The Lightbringer
6. The Eternal Return
7. Through Blackness, And Remote Places
8. Gaze Upon The Heaven In Flames (Judas Iscariot Cover)

https://www.facebook.com/Narbeleth.BlackMetal/
http://www.folter666.de/

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