Nahar – The Strange Inconvenience | 2013 | Avantgarde Music | CD | Black / Doom Metal

NAHAR wurde von Sorghal, dem Gitarristen von NEHËMAH, bereits 2000 gegründet und mit The Strange Inconvenience gibt es nun das zweite Album. Während NEHËMAH klar dem eher rohen Black Metal zuzuordnen sind, verhält es sich bei NAHAR anders. Bei The Strange Inconvenience handelt es sich grob skizziert um eine schwere und düstere Vermischung von Doom Metal und melancholischem Black Metal.

Dabei ist vor allem die sehr ruhige Beschaffenheit der Lieder auffällig. Dies gilt gleichermaßen für das Gitarrenspiel, den Rhythmus und den Gesang. NAHAR gehen es sehr ruhig, sehr gemächlich, ja geradezu bedacht an. Durch diese bleierne Langsamkeit entwickeln NAHAR eine schwere Atmosphäre, die durch den tiefen, kehligen und erdigen aber ruhigen Gesang etwas belebt wird. Streckenweise wirkt die Musik schon rituell und jenseitig. Trotz aller Langsamkeit und Ruhe werden gute Harmonien nicht vergessen. Das Spiel an den Saiteninstrumenten kann sich hören lassen und es gibt gute Melodien, die streckenweise angenehm düster sind. Ab und zu gibt es aber auch sehr sphärische, atmosphärische Passagen, die teilweise kosmisch anmuten und kurzweilig ähnlich psychedelisch wirken wie etwa einst IN THE WOODS… – was teilweise irgendwie einen einschläfernden Charakter haben kann. Das scheinen NAHAR bemerkt zu haben und deswegen gibt es, selten zwar, vereinzelt eine schnelle Einlage, die einen grimmig und hart aufweckt. Schade, dass diese Parts rar gesät wurden. Denn der Gesang ist durchaus böse und ausdrucksstark und er kommt in diesen aggressiven Ausbrüchen wunderbar zur Geltung.

The Strange Inconvenience ist atmosphärisch betrachtet in jedem Fall ein dunkles Album. NAHAR greifen dabei auf verschiedene Stilmittel und Einflüsse zurück. Neben Doom und Black Metal sind es psychedelische Elemente und eine Schippe Ambient die hier zur Grundaustattung gehören. Auch wenn es einige wirklich gute Melodien gibt, fehlt es dem Album auf die Dauer an der Würze. Mir ist diese konzeptionelle Ruhe zu strikt. Die schnellen Ausbrüche sind so selten und kurz, das sie schnell vergessen sind. Deshalb wirkt das Album auf mich auch irgendwie wie ein Schlafmittel, das man gut bei Depression nehmen kann, da diese hierdurch ganz sicher verschlimmert wird.

01. Grey concrete… comfort
02. Purifying negativity
03. D.M.T.
04. Pessimist
05. An atavistic manner
06. Eléctric eqionox

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