Mourning Forest / Sad – And Nothing Shalt Remain | 2012 | Hass Weg Productions | CD | Black Metal

Im französischen Untergrund brodelt es in jüngster Zeit verstärkt und diese erhöhte Aktivität fördert nun unter anderem ein neues Splitalbum von MOURNING FOREST aus Frankreich und SAD aus Griechenland zutage.

Von MOURNING FOREST erschien zuletzt 2010 das zweite Album De La Vermine, welches mit seinem melodischem aber rohem Black Metal überzeugte. Die fünf neuen Titel stehen dem Album in nichts nach und stellen für Freunde der Band neues, ansprechendes Futter dar. Mir gefallen die neuen Stücke sogar besser, da sich MOURNING FOREST weiter entwickelt und den eigenen Stil verfeinert hat. Der Klang ist besser, die Lieder wirken insgesamt stimmiger und homogener und auch die Melodik ist insgesamt ausgewogener. In gewisser Weise ist MOURNING FOREST bester französischer Black Metal, der Melodik mit grimmiger Rohheit und authentischem Untergrund verbindet. Schon allein das erste Lied Les Confessions Du Diable macht mit seinen tollen Riffs, der treibenden Rhythmik und dem aussagekräftigen Gesang klar, es hier mit einer ernst zu nehmenden Gruppe zu tun zu haben. Denn es gelingt MOURNING FOREST ausgesprochen gut, die melodische Komponente nicht zu melodisch werden zu lassen. Daran haperte es auf De La Vermine nämlich noch und diesmal wirkt alles treffender, härter und auch düsterer. Wenn MOURNING FOREST diesen Trend fortsetzen, wird man von der Gruppe künftig noch viel aufsehenerregendes zu hören bekommen.

SAD sind auch schon längst keine Unbekannten mehr und können auf eine umfangreiche Diskographie verweisen. Allerdings hatte ich mit ihrem Stil immer kleine Probleme, jedenfalls wenn es um die Splitveröffentlichungen mit WARWULF und MALMORT geht. Die Griechen verbinden ebenfalls eine dezidierte melodische Komponente mit rohem Black Metal. Dabei klingen die neuen Lieder von SAD aber wesentlich roher als die von MOURNING FOREST. SADs Kreischgesang ist wie immer extrem verzerrt, wozu hell gestimmte Gitarren einfache aber auffällige Melodien spielen. Das Tempo ist zumeist schnell und geradlinig. Erneut habe ich mit SAD dieselben Schwierigkeiten, wie auf den anderen Splitveröffentlichungen. Allerdings, zuweilen, wirken SAD auf And Nothing Shalt Remain hochgradig aggressiv und zähnefletschend, was vor allem dem echt derben Kreischgesang geschuldet ist. Der ist so radikal, das er ob seiner insgesamt eher hohen Tonalität, manchmal ins schaumige Gegurgel abstürzt. Rifftechnisch gefallen mir die Stücke aber etwas besser als das ältere Material. Vor allem in Dead Hopes gibt es sehr einprägsame und eigenständige Riffs, die sich durch das gesamte Lied ziehen und mir zusagen. Sie klingen irgendwie merkwürdig, ein wenig bizarr, das finde ich zusammen mit dem Gesang ganz gut. SAD sind und bleiben aber in jedem Fall eine spezielle Gruppe mit Ecken und Kanten.

MOURNING FOREST konnten mich sehr positiv überraschen, was die gesamte Split empfehlenswert macht. SAD sind und bleiben eine Gruppe, an die ich nicht so richtig herankomme. Man muss in jedem Fall die Mischung aus melodischem Gitarrenspiel und ansonsten rauen und geradlinigen Black Metal mögen, um die Griechen gut zu finden.

MOURNING FOREST
01. Les Confessions Du Diable
02. Cadavre Exquis
03. L’Eveil de la Bête
04. Artefact Maudit
05. Le Misérable Destin de Chacun

SAD
06. Frozen Serenity
07. Dead Hopes
08. Ubiquity
09. Circle Of Destruction
10. With The Moon’s Final Sign

http://www.hassweg-prod.com/

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