Mortuus Infradaemoni – Daemon Qui Fecit Terram | 2007 | Cold Dimensions | CD | Black Metal

Es ist schon ziemlich heftiger Tobak, den uns Mortuus Infradaemoni mit dem Debütalbum Daemon qui fecit terram um die Ohren schmettert und tief in unser innerstes presst. Gegründet wurde Mortuus Infradaemoni vor zwei Jahren von den zwei ehemaligen Schlagzeugern Lunar Auroras, Profanatias und Nathaniel.

Auf knapp 50 Minuten verteilt, zelebriert Mortuus Infradaemoni rauen und ungestümen Black Metal, der nicht wirklich vergleichbar ist, aber irgendwo zwischen Graupel, dem Mond-Album Lunar Auroras und Darkspace steht. Daemon qui fecit terram klingt zwar sehr eigenständig, doch gibt es einzelne Ähnlichkeiten, die eine gewisse Nähe zu den drei genannten Gruppen herstellt. Es ist nicht einfach, die Musik von Mortuus Infradaemoni mit einigen Worten zu beschreiben. Die Strukturen sind zum Teil sehr komplex, mit leichten chaotischen Auswüchsen, dabei aber immer rau und extrem. Der Rhythmus ist zumeist von sehr schneller Beschaffenheit und zieht sich quasi wie ein roter Leitfaden durchs Album, um den sich alles herum aufbaut: Schnelle Riffs, gefrierende Melodiebögen und unterschiedliche atmosphärische Arrangements.

Anfangs wirken die einzelnen Stücke hochgradig eingängig. Die Schnelligkeit und der raue Klang liegen wie ein stetes Rauschen oder Flimmern in der Luft. Es bedarf einiger Zeit und Anteilnahme, um in die Klangwelten Mortuus Infradaemonis einzutauchen. Verantwortlich für diese chaotische Komplexität ist oftmals die schnelle und sehr lebendige Gitarrenarbeit. Die Gitarren befinden sich permanent in Bewegung und Veränderung, dazu gesellt sich eine Vielzahl an kleineren und größeren Rhythmusveränderungen. Dies alles mündet in dem rauen und leicht verwaschenen Klang, der dafür sorgt, dass sowohl das Schlagzeug als auch der Gesang, einen leichten Hall nach sich zieht. Mortuus Infradaemoni agiert jedoch nicht ausschließlich schnell. Vereinzelt gibt es auch kurze schleppende Passagen, die für einen Moment so etwas wie eine Klarheit ins dichte Geflecht bringen.

Die Atmosphäre, die Daemon qui fecit terram beherbergt, ist ebenfalls nicht einfach zu benennen. Es ist eine sehr düstere und abgründige Stimmung, mit zuweilen alptraumhaften Zügen, die durchaus auch etwas dämonisches und damit auch beschwörendes in sich hat. Daemon qui fecit terram ist kein Werk, das man in jeder Stimmung einfach so hören kann, vor allem, wenn man das Album noch nicht gut kennt, da man zunächst einen Zugang zur Musik und seiner Beschaffenheit finden muss.

01. Et ignir orior
02. Oneris et iactura
03. Ad facies mortis
04. Terribilis est locus iste
05. In nebulae visionis serpentem
06. Vita somnium breve
07. Gods of horror and abysmal grief
08. Metamorphosis

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