Mort – Raw & Cold | 2008 | Pestilence Records | CD | Black Metal

Obwohl Raw & Cold die insgesamt fünfte Veröffentlichung und das bereits dritte Album ist, ist dies meine erste Berührung mit Mort. Versprochen wird roher und traditioneller Black Metal der alten Schule. Dies verheißt gutes und nachdem der kurze Prolog seine Schuldigkeit getan hat, geht es auch mit dem Titellied sogleich vielversprechend, nämlich antreibend, schnell und grimmig los. Die anfängliche Schnelligkeit weicht jedoch alsbald einem mittelschnell bis schleppend ausgerichtetem Spiel, in dem Mort, dank des guten und dunklen Riffings, jedoch nichts an seiner Grimmigkeit einbüßt.

Gekonnt, in guter und dreckiger Darkthrone-Manier, beginnt The glorious devastation, welches mich phasenweise immer wieder stark an „Ravishing grimness“ erinnert. Gerade während der langsamen Etappen ist die norwegische Inspirationsquelle erkennbar. Aber auch die schnellen und eingängig hämmernden Parts hören sich sehr gut an. Zu diesem Lied passt der Name des Albums wie die Faust aufs Auge. Heftig, schnell und schroff ist auch der Einstieg ins nachfolgende Witchcraft – We commence the incantation. Diese aggressive und wüste Spielweise dauert allerdings nicht lange an und Witchcraft wandelt sich zu einem schleppenden Stück. Erst am Ende ist erneut die rohe und barbarische Brutalität zu hören.

Kingdom of wrath ist mit seinen sechseinhalb Minuten das längste Lied des Albums und fällt durch eine schöne und zugleich unauffällige Melodieführung auf, die zeitweise einen Hauch von Melancholie in sich trägt, und passend dazu, von einem ruhigen, schleppenden Rhythmus begleitet wird. Der eindringlich und laut verzerrte Gesang, sowie die latent durchschimmernde Basslinie sorgen dafür, dass Kingdom of wrath trotz der Melodik schön kraftvoll wirkt. Des Weiteren sind auch kurzweilig schnell und treibend gespielte Parts zu hören, die die kraftvolle Atmosphäre zusätzlich unterstreichen.

In den folgenden drei letzten Liedern des Albums wird gleichfalls roh und traditionell aufgespielt, wobei vor allem Damnation heraussticht, da es ein rundum fieses, „rohes und kaltes“ Lied ist, in dem unter diesem Banner einfach alles stimmt.
Abschließend runden drei Livestücke, aufgenommen am 14.04.2007 in Schweinfurt, Raw & Cold ab. Positiv daran ist vor allem, dass es sich bei den drei Stücken um Liedgut von früheren Veröffentlichungen handelt, was deshalb positiv ist, wenn man wie ich, Mort erst mit diesem Album kennenlernt. Zu den Liveliedern ist dann noch zu sagen, dass der Klang für ein Untergrund-Konzert wirklich gelungen ist. Die Gesangsspur ist zwar zu laut, doch während der textlosen Parts haben die Instrumente einen warmen, kräftigen und natürlichen Klang.

Raw & Cold ist ein sehr anständiges Album, welches allerdings recht unauffällig ist. Mort setzt nicht auf Effekthascherei oder bedient irgendwelche platten Attitüden, um schnell beim Hörer zu punkten. Stattdessen gibt es traditionellen und rohen Black Metal pur. So wie es sich auch gehört!

8/10
Aceust

01. Prolog
02. Raw & Cold
03. The glorious devastation
04. Witchcraft – We commence the incantation
05. Kingdom of wrath
06. Baphomet – Seelenvater
07. Damnation
08. Cold funeral winds
09. Reign in hate (Live)
10. Rise my inner demon
11. Morbid realms

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