Mordrak – Nebelklang| 2006 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Nebelklang ist nach einem Demo und einer EP das Debütalbum der norddeutschen Gruppe Mordrak, die über elf Lieder und 60 Minuten Spielzeit verteilt, melancholisch eingefärbten Black Metal spielen. Nach dem kurzen obligatorischen Einklang beginnt mit Schemen eines Kindes ein dunkel stampfendes Stück, das nach der ersten Strophe eingängig bleibt, doch durch die melodische Gitarrenführung etwas aufgelockert wird. Das Lied besteht recht lange aus dem Wechsel dieser zwei Komponenten, erst zum Ende hin bringen Mordrak etwas Variation in die Struktur. Ähnlich verhält es sich auch in den anderen Stücken von Nebelklang, weshalb das Album nicht gerade leicht zugänglich ist. Anfangs konnte ich kaum etwas damit anfangen, da alles zu lang gezogen und gleich klingend auf mich wirkte. Erst nach mehrmaligem Anhören erschloss sich mir die Musik nach und nach und ich entdeckte die feinen unterschiedlichen Facetten von Nebelklang. Ein Grund für dieses Hadern ist neben der ausdauernden Beschaffenheit auch der Gesang, der sehr verzerrt aber kraftlos ist und stellenweise sehr gedrungen und gequält wirkt.

Mit Kalt geht es zunächst schön antreibend und rau weiter. Es setzt dann recht bald ein ruhigeres und melodisches Zwischenstück ein, ehe eine klare gesprochene Passage eingespielt wird nach der Mordrak wieder wie zu Beginn des Liedes schnell und aggressiv aufspielen. Mit Erhebung folgt ein interessantes Lied, da der Rhythmus des Schlagzeugs langsam stampfend ist, doch die Gitarren schnell gespielt und gut arrangiert zu hören sind. Dies erzeugt ein interessantes Klangbild und sorgt für eine dunkle Atmosphäre. Das Titelstück Nebelklang ist ein langes, ruhiges und sehr atmosphärisches Akustikgitarren-Stück, welches sehr schön anzuhören ist und zum Träumen einlädt. Nebel und Regen ist streckenweise Erhebung ähnlich, da hier wieder ein langsamer Takt mit schnellen Gitarren kombiniert wurde. Allerdings sagt es mir hierbei nicht so zu, da das Lied lang ist und irgendwann anfängt langweilig zu werden, da die Riffs auf Dauer etwas platt wirken und auch das Schlagzeug konstant gleich bleibend ist. Tränenklang und Trauersang überrascht da schon ein wenig, da es schnell stampfend und sehr brachial anfängt und diese aggressive Eingängigkeit auch beibehält. Die melodischen und harmonischen Arrangements die später im Lied vorkommen, wurden sehr gut abgepasst und eingefügt sodass Mordrak mit Tränenklang und Trauersang ein wunderbar kraftvolles und zugleich eindringliches Lied erschaffen haben. Mit Winter in Iden sowie Analogia entis sind zwei weitere schnellere Stücke von solider Beschaffenheit zu hören. Zum Abschluss haben sich Mordrak eines der besseren Lieder von Nebelklang aufgehoben. Des Sturmes Macht ist ein langsames und kraftvolles Lied, das durch das gute einprägsame Riffing und dem hier nicht ganz so verzerrten Gesang eine sehr eindringliche und dunkle Atmosphäre besitzt. Zudem ist Des Sturmes Macht übersichtlich strukturiert, so dass es durchaus einen angenehmen Ohrwurmcharakter hat.

Nebelklang ist ein interessantes Album, das mit sehr guten Liedern und Momenten aufwarten kann, allerdings hat es auch einige mittelmäßige und langatmige Durststrecken. Der Gesang könnte auch noch etwas lebendiger und kraftvoller werden.

Nebelklang kann für sechs Euro direkt über Mordrak bezogen werden.

01. Der Augen erster Blick
02. Schemen eines Kindes
03. Kalt
04. Erhebung
05. Nebelklang
06. Nebel und Regen
07. Tränensang und Trauerklang
08. Winter in Iden
09. Analogia entis
10. …und es schließen sich die Lider
11. Des Sturmes Macht

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