Mordaehoth – Eens weer prevaleert het heidens hart | 2010 | Heidens Hart | CD | Black Pagan Metal

Die niederländische Einmanngruppe Mordaehoth geistert schon mindestens 13 Jahre durch den Untergrund, dennoch ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart erst das zweite Album. Das erste erschien 2003, weshalb es sicherlich ganz gut ist, wieder mal etwas neues heraus zu bringen. Von Mordaehoth kenne ich nur die Split LP mit Altar Of Perversion, die ich in guter Erinnerung habe. Auch wenn Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart das aktuelle und neue Album ist, so klingt der roh eingespielte Black Pagan Metal über weite Strecken doch sehr nach den 1990iger Jahren. Da ist es wohl auch kein Zufall, wenn das Photo von Solomusiker Sygwyrd mit Kettenhemd, Schild und Schwert stark an Rob Darken erinnert, denn phasenweise erinnert nämlich auch die Musik an Graveland. Auch wenn der grimmige Pagan Black Metal von Mordaehoth sich ganz klar an den alten Sachen orientiert, ist das Album keine monotone Angelegenheit. Im Gegenteil, das Album ist sogar sehr abwechslungsreich und enthält sehr unterschiedliche Stücke. Mit der gleichnamigen Demo aus dem Jahre 1998 hat das Album übrigens nichts zu tun, auch wenn die Klangproduktion der einzelnen Lieder auf unterschiedliche Entstehungsphasen schließen lässt.

Mit Balder beginnt das Album recht grimmig, schnelle Passagen und bissiger Gesang treiben das lange Lied voran. Langsamere Abschnitte mit dunkelmelodischen Gitarren lockern das Ganze etwas auf und am Ende wird es sogar richtig melodisch an der Gitarre und ein rockiges Soli ist zu hören. Das viel kürzere Helheim ist eine gitarrenbetonte und klangliche rohe Nummer, die in ihrer schnellen und unsteten grimmigen Art etwas von Lugubrum hat. Das direkt nachfolgende Alvader erinnert in seiner majestätisch-grimmigen Art dann tatsächlich etwas an Graveland. Ganz anders geht es dann mit Beschermd Bij Den Hamerslag weiter, welches sieben Minuten lang ist und in der ersten Hälfte aus wüstem und roh klingendem Black Metal besteht. Die zweite Hälfte hingegen wird mit Klargitarre eingeleitet zu der dann auch Klargesang hinzu kommt. Akustikgitarre und Klargesang sind im folgenden Prayers To A God Who Never Came sogar durchgängig zu hören, und ein wenig erinnert mich das schwermütige Stück sogar an Death In June.

Wie bereits erwähnt, ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart ein überaus vielschichtiges Album. Nicht nur die einzelnen Lieder unterschieden sich, es gibt auch oftmals in einem einzelnen Stück viel Abwechslung. Dies äußert sich unter anderem auch an zeitweiligen chaotisch anmutenden Strukturen, die sich an eigenartigen Rhythmen und lebendigen Riffs äußern. Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart ist ein Werk für das man viel Zeit mitbringen muss, da es einfach sehr viele Kleinigkeiten beinhaltet, die man erst nach und nach entdeckt. Manchmal wirkt das Treiben von Mordaehoth auch etwas dilettantisch, was mir persönlich jedoch sympathisch ist. Sygwyrd hat mit dem Album seinen eigenen musikalischen Kosmos geschaffen, der sowohl überaus grimmig rohen Black Metal als auch reinen Pagan Metal enthält. Sehr interessant finde ich auch Bloodstorm, welches mit seinem bissigen dualen Gesang ein wenig an Necromass‘ Debütalbum Mysteria Mystica Zothyriana erinnert. Auch wenn es Ähnlichkeiten zu einigen Bands gibt, ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart ein eigenständiges Album, welches allerdings Ecken und Kanten hat, weshalb es definitiv nicht jedem gefallen wird. Am besten geht man unvoreingenommen an das Album heran, denn neben der CD im A5 Digipak gibt es das Teil auch als Vinyl und Pro-Kassette. Mir gefällt der Black Metal gut, der Pagan und Folk ist für meinen Geschmack gewöhnungsbedürftig und nicht immer gelungen.

7/10
Aceust

01. Balder
02. Helheim
03. Alvader
04. Beschermd bij den hamerslag
05. Prayers to a god who never came
06. Als’t vlammend zwaard de laatste dageraad inluidt
07. Father’s sword
08. Bloodstorm
09. Lindisfarne

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